2. Campingausbau im Dokker, die Bauphase

Ziemlich genau vor einem Jahr haben wir meinen Daccia Dokker zu einem modularen Minicamper umgebaut. Das Ergebnis der Umbauten war super, aber ich hatte noch diverse Ideen, mit deren Umsetzung ich jetzt begonnen habe.


Wichtigste Maßnahme ist, dass ich zu einem schmaleren Einzelbett wechseln werde, das ich als Dauerbett nicht ständig umbauen muss. Die Umbauerei fand ich letzten Sommer in Skandinavien ziemlich nervig und in den Gebieten mit extremer Mückenpopulation war es noch mal nerviger. Ich will einfach nur hinten einsteigen und "wohnen". Da ich eh meistens mit Hund alleine unterwegs bin, reicht ein Einzelbett. Bei Bedarf lässt es sich aber erweitern, sodass der Platz für Zwei reicht.

Durch die Reduzierung auf ein "Einzelbett" soll soviel Platz im Auto bleiben, dass ein Porta Potti reinpasst. Nachdem ich zuletzt in Italien stundenlang nach einer Toilette gesucht habe, bin ich es satt. Es verdirbt einem total den Spaß am Reisen, wenn man ständig mit zunehmender Anspannung nach einem Klo Ausschau halten muss.

Außerdem soll das Schranksystem optimiert werden.  Weil sich die Hecktüren nicht von innen öffnen lassen und ich mich beim Einstieg durch diese Türen schon mehrfach "eingesperrt" habe, will ich ganz auf sie verzichten. Machen mir nur Ärger, haben keinen Nutzen. Deshalb werden sie nun mit einem modular anschraubbaren Schrank zugebaut. Damit hab ich gestern begonnen und mir im Hagebau die ersten Bretter zu schneiden lassen.

Das war die Ausgangssituation.
Siehe Dokker-Umbau im März 2015



Die ersten Änderungen an der alten Konstruktion...



1. Beim linken Kasten lässt sich jetzt nicht mehr der Deckel hochklappen, sondern die Frontseite runter. Nicht ganz optimal, aber auf den Kasten will ich einen Schrank mit Klapptisch draufsetzen, was anderes ist mir nicht eingefallen.

2. Den Deckel vom Bettkasten hab ich geteilt und unterteilt. Auf den rechten Teil soll ein Regal gesetzt werden. Das Scharnier an der Klappe hab ich später später nach unten verlegt, die Klappe lässt sich jetzt runterklappen und als Minitisch nutzen.

Und das sind die ersten Ergänzungen...



Links das Schrankgerüst ist am Boden und rechts am Bettkasten mit Schraube und Flügelmutter fixiert. In der Höhe ist es ans Heckfenster angepasst. Die Fächer sollen von beiden Seiten zugänglich sein.

Rechts die Bretter sind erstmal nur zur Demonstation hingestelt. Hier soll ein offenes Regal hin, das zur Decke reicht und Abstellfläche während der Standzeiten bietet. Man hat ja immer soviel Gepäck dabei, das ständig irgendwo im Weg steht.

Tags drauf und nach viel Hin- und Herüberlegen war ich wieder im Hagebau und hab mir die nächsten Bretter zuschneiden lassen. Auf dem nächsten Foto sieht man den Schrankkasten von innen, mit herunterklappbarer Türe.



Die Schranktüre passt genau zwischen die Bett-Auflageleisten und wird so bei Bedarf zur Bettfläche.
Sieht gar nicht so schlecht aus, für frau, die keine Schreinerausbildung hat, oder? ich weiß, nicht perfekt, aber ich bin mit meinen Lösungen ziemlich zufrieden - erstmal.




Die Klappen haben alle hübsche Griff-Löcher bekommen. Endlich konnte ich mal meine tollen Bohraufsätze ausprobieren.




Nächstes Foto: Das Bettende im Schrank ist fertig.



Mein neuer Campingkocher ist auch angekommen. Der Vorgänger ist letzten Sommer fast in Flammen aufgegangen. Der Fixierriegel hält die Gaskartusche nicht mehr richtig, es zischt und Gas strömt aus. Seit dem trau ich dem Ding nicht mehr und hab keine Lust daran zu reparieren. Ich hoffe, dass mir mit dem neuen Campingaz weitere Feuerevents erspart bleiben.

Weiter gehts mit der Bodenplatte für den vorderen Bereich und der Bettkastenverlängerung. Die Bodenplatte ist links unten an der Rückbankhalterung angeschraubt.



Das gleiche von der Beifahrerseite fotografiert.



Weil Rossi die ganze Zeit mit seinen schmutzigen Pfoten ins Auto gesprungen ist, hab ich erst mal die Schmutzmatte zugeschnitten und verlegt.



Das Regal auf der rechten Seite ist fertig. Es wird ohne Türen oder Verschlussklappen bleiben. Hauptzweck ist die Nutzung als Ablagefläche während der Standzeit. Während der Fahrt bleibt das Regal leer und die Sicht durchs Rückfenster frei.



Von innen nach draußen fotografiert. Die Seitenwände für den Innenschrank (rechts im Bild) sind ebenfalls eingepasst und befestigt.





Ich bin sehr stolz auf mich, ich hab das erste Mal eine Schubladenlösung realisiert. Bzw. eigentlich ist es nur ein ausziehbares Brett, der Kasten steht da nur zum Ausprobieren drauf.









Ich hab mir eingebildet, dass ich die Schublade in zwei Richtungen bewegen möchte. Ob das nun super clever und überhaupt sinnvoll ist, weiß ich selbst nicht so genau. Aber ich hab es mir eingebildet und hinbekommen!

Probehalber habe ich auch mal ein paar Kaffeedosen bzw. Vorratsdosen aufgestellt




Das vordere Ende vom Bett ist auch schon ein bisschen weiter.



Das vordere Brett lässt sich ebenfalls über eine Schiene ausziehen. Das dient weniger dem Zweck, den Kasten zu öffnen, als ihn breiter zu machen. In den Spalt kommt bei Bedarf ein schmales Einlegebrett, sodass ich das Bett von 62 cm auf 75 verbreitern kann. Das sollte ausreichen.




Zur Erklärung, was auf dem nächsten Bild hinzugekommen ist:

A: Eine Blende, an die die Gardinen angebracht werden. Befestigt ist die Blende an der Konstruktion für das Dachnetz. Das Netz hab ich abgenommen und der Rahmen hat nur noch U-Form.

B: Schrankklappe, die im heruntergeklappten Zustand zur Tischplatte wird.

C: Einlegeplatte für Bett Nummer 2

D: Ein Regalfach im linken Schrank.



Das ganze von innen gesehen mit eingelegten bzw. umgeklappten Bettauflagen.



Die Cockpitblende noch mal größer.



Weil's geregnet hat, hab ich ein bisschen rumgespielt. Ein Lämpchen im Eingangsbereich



Und noch ein Batterielämpchen



Das Auto im Wohnmodus
A: die hochgeklappte Bettauflauge / Schranktüre
B: die Klapptüre für den neuen Schrank
C: ist ein Eingrifffach mit Luke. Kann nicht geöffnet werden, ist eingeplant für Wäschesäcke.



Nächstes Foto...
A: ausgeklappte Auflagestange für die Tischplatte
B das schon gezeigte Lämpchen im Eingang
C: Das Klappfach ist erstmal mit einer Schraube geschlossen. Hier muss noch eine Lösung her.



Der heruntergeklappte Tisch. Sieht aus, als wäre er sehr hoch, aber es passt gut. Das Schrankfach ist als Kleiderschrank vorgesehen.






Alle Arbeitsschritte werden kritisch vom Fachhund beäugt.



Der Innenschrank ist am Boden mit Flügelschrauben befestigt und oben mit einem Winkel. Alle Schrankteile und Elemente können durch lösen der Schrauben rausgenommen werden.



Weil ich unbedingt eine Notfalltoilette im Auto haben wollte, hab ich mir eine Selfmade Eimertoilette ausgedacht. Die Sitzfläche ist eigentlich für einen Toilettenstuhl gedacht. In den Eimer kommt ein Bioabfallbeutel. Bei Nichtgebrauch werden Eimer und Sitzplatte hinter dem Beifahrersitz verstaut.

Ganz ausgereift ist die Sache aber noch nicht.



Und weil ich gerade total im Campingartikelkaufrausch bin, musste ich mir diese Faltlampe von Tchibo auch noch kaufen. Man kann sie hinstellen...



... oder hinhängen...



Abgesehen von ein paar Verschönerungsarbeiten bin ich fertig und übergebe den Dokker nächste Woche an meinen Vater. Dann darf er sich eine Verschlusslösung für die Schrankklappe/Tischplatte ausdenken und mit der Flex den Schraubenspitzen zu Leibe rücken, die hier und da noch rausstehen. Und ich fliege auf die Färöer Inseln...


Rossi hält nach Katzen Ausschau...



Aber außer unserem Anton (der uninteressant ist) lassen sich keine blicken...
Anton studiert derweil die Vögel.



Ich bin ganz unschuldig!!



Mist, die blöden Schwalben fliegen zu hoch!



 

Kommentare  

#3 Claudia Gleixner 2016-04-20 16:22
Wow, das ist eine starke Leistung, Dagmar. Du hast das super gelöst und perfekt hinbekommen. Jetzt bekomme ich auch Lust aufs Camping :-)
#2 Dagmar* 2016-04-14 21:10
Das Grundgerüst auf dem ersten Foto hatte mein Vater letztes Jahr gezimmert (mit meiner Unterstützung). Aber das weitere hab ich mir ausgedacht und zusammengeschra ubt. Ich bin gut, wa? ;-)

ich hab allerdings nicht erwähnt, dass ich schon einiges mehrfach zusammengeschra ubt und wieder auseinandergesc hraubt hab, weil ich mich verrechnet hatte oder falsch gedacht hab :-*
#1 Jürgen Wortmann 2016-04-14 18:51
Hi,

schick, schick!
Ohne Hilfe?