Rüber zur Südinsel

Aufgrund längerer, sehr komplizierter Überlegungen im Vorfeld, hatte ich beschlossen, dass wir unsere Neuseeland-Rundreise auf der Südinsel beginnen sollten, das erschien mir besser.

Ich glaub die wichtigste Überlegung war, dass es dann zum Ende der Reise auf der Nordinsel ausreichend warm zum Baden wäre. Und das ist bei den tropischen Stränden einfach traumhaft!

Haken bei der Geschichte, da es keinen Direktflug von Dubai nach Christchurch gab, mussten wir nach einem Tag auf der Nordinsel noch mal ins Flugzeug steigen und nach Christchurch fliegen. Glücklicherweise waren die Formalitäten am Domestic Airport nicht so umständlich wie am International und die Flugzeit betrug nur 1,5 Stunden. So flogen wir also noch mal über Neuseeland hinweg.






Vieles hatte ich bereits von zu Hause aus geregelt. Beispielsweise hatte ich den Inlandflug, das Wohnmobil und die Fahrt auf dem Milford Sound übers Internet gebucht. Das hatte einerseits den Vorteil, dass wir uns jetzt nicht mehr um so viel kümmern mussten. Andererseits hatten wir dadurch einen gewissen Termindruck. Wir mussten den Flug kriegen, damit wir pünktlich unser Wohnmobil übernehmen konnten und dann mussten wir uns ein bisschen ranhalten, dass wir wirklich in drei Tagen am Milford Sound waren, um den Overnight Cruise zu machen. Danach wollten wir es dann aber ganz gemütlicher angehen.

In Christchurch standen wir eine Weile fröstelnd (ca. 13°C) am Flughafen rum, bis wir zu unserem Wohnmobil kamen. Wir sollten abgeholt werden, aber der Autoverleih war noch nicht da. Mein Vater wurde zusehends nervöser. Ich hatte das doch übers Internet gebucht und man sieht ja soviel über Internet-Betrügereien im Fernsehen... Langsam kam er ins Schwitzen, was wenn... Keine Panik! Ein kurzer Anruf beim Auto-Verleiher, 15 Minuten später wurden wir abgeholt.

Auf dem Foto ist sehr schön zu erkennen, welche Berge von Gepäck wir mitgeschleppt haben. Dabei hatten wir wirklich nur das allernötigste eingepackt... Keine Ahnung, wie dieser Berg zusammen gekommen ist...



Die Wohnwagenübergabe bestand im wesentlichen aus dem Unterschreiben von Papieren, einer kleinen Einweisung in die Technik - Kühlschrank, Heizung, Wassertank et cetera pp. Außerdem eine kurze Erklärung, welche besonderen Verkehrsregeln in Neuseeland zu beachten sind und welche Straßen wir mit dem Womo (wegen sehr schlechter Straßenverhältnisse) nicht befahren dürfen. Dazu gehört z.B. der 90-Meilenstrand und eine Straße ganz am Ende der Halbinsel Coromandel. Dann hielten wir den Schlüssel in der Hand und konnten loslegen.

Ich war schon drei mal in Neuseeland und war einigermaßen geübt. Aber ich kann mich noch gut an das Gefühl der totalen Überforderung erinnern, als ich das erstemal auf der falschen Seite ins Auto einstieg, den Schalthebel in der ungewohnten linken Hand hatte und mich auch noch mit Linksverkehr auseinandersetzen musste. Mit der linken Hand zu schalten ist mehr als komisch. Und es dauert eine Weile, bis man drin hat, dass der Blinker und Scheibenwischer vertauscht sind.


Nachdem wir gestern so karg gelebt hatten und auch das Frühstück nichts neues außer Milch und Cornflakes auf den Teller brachte, führte uns der erste Weg in Christchurch zum nächsten Supermarkt. Unser Kühlschrank wollte gefüllt werden. In den Einkaufswagen kamen Smoked Chicken, Käse, Butter, Spülmittel, Rindersteaks (sehr günstig), mehrere Zwiebeln (für die Steaks), Brot, Marmelade und alles was man so zum (Über)Leben braucht.

Das Shopping war für meine Eltern etwas kompliziert. Einmal wegen der Sprache und zweimal, weil es andere Sachen als bei uns zu kaufen gibt. Wie soll man z.B. bei 50 verschiedenen Sorten Toastbrot eine Auswahl treffen? Oder welcher Käse ist der beste? Ich wusste es schon von den vorherigen Reisen: Die 50 Sorten Toastbrot schmecken fast identisch und beim Käse ist es nicht viel anders.

Für den heutigen Tag hatten wir genug Action und blieben gleich in Christchurch auf einem riesigen Campingplatz, den wir fast für uns alleine hatten. Wir mussten uns erst mal aklimatisieren. Auspacken, einräumen, einrichten, wohlfühlen, was gescheites Kochen...



Zum Standart neuseeländischer Campingplätzen gehört fast immer eine Küche mit Herd, Spüle, Mikrowelle und Toaster. Dazu gibt es Tische und Stühle in der Küche und oftmals auch Aufenthaltsräume mit Sofa und Fernsehen.



In der Küche war es so kalt (die Fenster bestanden nur als ein paar Glaslamellen, d urch die der Wind pfiff), dass wir uns mit unserer ersten selbstgekochten Mahlzeit in den Aufenthaltsraum verzogen. Heizung aufdrehen und es wurde langsam warm.



Den restlichen Abend verbrachten wir mit "uns einrichten" und ich probierte ein bisschen mit meiner neuen Kamera, dem Fisheye Objektiv und verschiedenen Filtern rum. Wobei allerdings nicht viel brauchbares herauskam.



Weil wir wegen der Zeitverschiebung immer noch ziemlich geschlaucht waren, gingen wir auch am zweiten Tag wieder früh schlafen. Mein Eltern krochen in den Camper und hatten es dort sehr kuschlig.



Ich bezog ein kleines Cabin mit sehr interessanter Bettkonstruktion, Tisch und Stuhl.



Viel aufregendes war an unserem ersten richtigen Tag in Neuseeland also nicht passiert.