Fahrt aus dem Milford Sound in die Tasman See

Ein perfekter Morgen auf dem Milford Sound. Der Morgen ist herrlich, die Nacht war kurz. Schon bei Sonnenaufgang, so gegen 5 Uhr, waren die meisten an Board wieder munter. Einige sind gar nicht erst ins Bett gegangen, manche erst vor wenigen Minuten.

Kaffee hilft! Die Duschen und Toiletten werden belagert, der Motor wird angeworfen und der Anker eingeholt - wir fahren hinaus auf die Tasman See.



Es dauerte gar nicht lange, da waren auch schon wieder die ersten Delphine an unserer Seite und schwammen mit uns um die Wette. Es scheint ihnen riesigen Spaß zu machen. Aber wir waren etwas schneller, irgendwann gaben sie auf und schwammen wieder ihre eigenen Wege.

Bei einem fast spiegelglatten Sound ist das Gefühl, in einer Traumwelt zu sein, noch viel größer. Kein Mensch ist da, außer wir paar Leute auf der Wanderer und weiter vorne die Mariner

Das, was die Touristen während der Tagesausflüge erleben, gehörte natürlich auch zu unserem Programm: Die Fahrt auf die Tasman See, aufs offene Meer.

Was waren wir begeistert, als wir aus den Sound rausfuhren. Hurra, das weite Meer! Die Begeisterung hielt nicht lange. Auch wenn die Tasman See auf den Fotos "ruhig" wirkt, die Wellen waren höher als es scheint und das Schiff schaukelte gehörig. Der Kakao schaukelte fröhlich mit. Der Wind pfiff uns um die Ohren. Es war ganz schön frisch. Der Ausflug aufs offene Meer dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, für die Schnellseekranken fast schon zu viel. Wir hatten die "Zuvielgeschaukelt-Grenze" glücklicherweise noch nicht erreicht. Dennoch waren auch wir froh, als wir umkehrten und wieder in den ruhigen Milford Sound hineinfuhren - fast noch begeisterter als bei der Rausfahrt. Aber egal, wir waren auf der Tasman See!!!

Unter Deck war inzwischen das Frühstück fertig, aber weil wir uns nicht von den Traumwelt trennen konnten, holten wir uns nur ein bisschen Toast mit Käse oder Schinken und futterten draußen. Inzwischen war die Sonne auch schon höher gestiegen und wärmte ein bisschen. Was nicht heißen soll, dass es warm war. Es war kalt, aber windstill. Der Himmel dunkelblau und wolkenfrei nur um die Berge spielte noch das eine oder andere Wölkchen. Ein perfekter Morgen auf dem Milford Sound - auch wenn ich mich wiederhole.

Gegen 8 Uhr morgens fuhren wir ein zweites Mal in den Wasserfall, hielten bei den Delphinen und sahen Pinguinen zu, wie sie ins Wasser hüpfen, um zur Arbeit zu paddeln. Und dann waren wir fast schon wieder am Ende vom Sound und damit am Ende des Overnight Cruise.


Prädikat: absolut empfehlenswert! Die Crew war unheimlich nett, das Freizeitangebot aufregend (besonders wenn man etwas jünger ist), das Essen lecker, die Koje eng und die Nacht kurz. Aber wenn man in einer Traumwelt unterwegs ist, was muss man da schlafen?

16 Stunden hatten wir den Milford Sound ganz für uns alleine. Als wir auscheckten, fuhren bereits die ersten Reisebusse aus Queenstown und Te Anau vor und die ersten Flugzeuge und Hubschrauber stiegen auf. Vorbei war es mit der Ruhe.

Es gab verschiedene Pläne, den Sound schneller zugänglich zu machen. Zur Diskussion stand u.a. eine Art Sessellift oder eine kleine Bahn von Queenstown zum Milford Sound. Soweit ich weiß, wurden die Pläne erst mal wieder eingestampft. Wer den Mildford Sound sehen will, muss früh aufstehen und lange im Bus sitzen, wenn er von Queenstown aus eine Tagestour startet. Von Te Anau ist die Fahrtzeit ein paar Stunden kürzer.

Die beste Zeit, um den Milford Sound in Ruhe zu genießen, ist vor 10 Uhr morgens und ab 16 Uhr nachmittags. Dann stört auch kein Hubschraubergeräusch die Idylle.



In Milford "City", mit seinem Hotel, Campingplatz und noch 2 Häusern, steht die (wahrscheinlich) teuerste Tankstelle in Neuseeland. Für Neuseeland-Verhältnisse mag es teuer sein, für unsere ist es immer noch verdammt günstig und vor allem die Rettung. So ein Womo braucht doch mehr Sprit als man denkt. Unser Tank war ziemlich leer und die nächste Tankstellt war zu weit weg. Was waren wir dankbar über den Tankautomaten in Milford Sound.

Frisch aufgetankt ging es zurück nach Te Anau. Ein Stopp bei den Keas - sie warten schon wieder auf die Touristenbusse und auf Menschen, die sich nicht an das Fütterungsverbot halten. Auch der Stopp bei den Mirror Lakes musste noch mal sein. Diesmal spiegelten sie in der erhofften Weise und bei soviel Szene kann man glatt darüber hinwegsehen, dass die Seen nur Teiche sind und 50 Japaner mit ihren Kameras um einen herum flitzen, um jede Perspektive mit ihren Kameras zu erwischen.'



Die Fahrt ging weiter entlang des Lake Wakatipu, dem drittgrößten und längsten See in Neuseeland (80 km). Außer dass er traumhaft schön ist, gibt es auch eine geographische Besonderheit: Der See liegt auf einer Höhe von 310 m über dem Meeresspiegel. Ist an seinen tiefsten Stellen aber bis zu 380 Meter tief, also 70 m unter dem Meeresspiegel.


Nach der letzten Nacht mit wenig Schlaf hatten wir das Bedürfnis nach einer ruhigen Nacht und ein bisschen mehr Wohnkomfort und Platz als es das kleine Womo bieten konnte. Deshalb haben wir auf dem Campingplatz in Frankton eine kleine Hütte, bzw. a cabin gemietet

Die meisten Campingplätze haben mehr oder weniger komfortable Cabins, sodass auch Leute ohne Wohnmobil oder Zelt auf dem Campingplatz übernachten können. Viele Plätze haben darüber hinaus auch Backpacker-Zimmer. Also Zimmer, die man sich wie in der Jugendherberge mit mehreren Leuten teilt.

Der Vorteil von Campingplätzen gegenüber Hotels und Backpacker-Zimmern ist meiner Ansicht nach, dass man meist mitten in der Natur übernachtet. Außerhalb der Stadt, an wunderschönen Plätzen. Außerdem trifft man auf Campingplätzen viel mehr Kiwis (human) als in Hotels. In einem Backpacker sind sogar fast nur Peoples aus Übersee anzutreffen. Also Campingplätze sind irgendwie näher an der Natur und näher an der Bevölkerung.

Nachteil: Sanitäreinrichtungen und Küche werden mit vielen unbekannten Menschen geteilt. Mäßiger Komfort und nicht immer die besten Betten (in den Cabins). Zu berücksichtigen ist auch, dass auf einem Campingplatz nach Sonnenuntergang tote Hose herrscht. Alle ziehen sich in ihre Zelte und Womos oder Cabins zurück und höchstens in der Küche oder im Aufenthaltsraum trifft man noch ein paar Menschen.

Wir waren in der Vorsaison unterwegs. Die Campingplätze waren deshalb meistens ziemlich leer. Würden wir noch mal zu dieser Jahreszeit durch Neuseeland reisen, würden wir wahrscheinlich
einen Mietwagen nehmen und in Cabins übernachten, oder wir würden Millionäre werden und uns ein großes Womo mieten. Aber das hat natürlich wieder den Nachteil, dass man nicht überall hin kommt, wo man hin will...