Schmuck und Köstliches aus dem Meer

Fisch und Meeresfrüchte spielen in Neuseeland eine große wirtschaftliche Rolle und sind bei Feinschmeckern aus der ganzen Welt begehrt. Darüber hinaus sind neuseeländische Muscheln auch in der Schmuckindustrie sehr gefragt.


Die wirtschaftlich bedeutendste Muschelart in Neuseeland dürfte ohne Frage die Paua Shell bzw. Paua Muschel sein. Ihr Fleisch ist schmackhaft und ihre Schale ist vielseitig und teuer verwertbar. Wer ihr Inneres probieren möchte, findet sie in Restaurants auf der Karte und gelegentlich auch in frittierter Form in einem Fish'n Chips Shop.

Wer mehr dagegen von ihrem schönem Äußeren angesprochen wird, bekommt die Schalen überall in Neuseeland auf Hochglanz poliert oder in Form von Schmuck. Der Perlmutt wird auch für Intarsienarbeiten verwendet.

Obwohl sie so begehrt sind, scheint kein Mangel an Pauas zu bestehen. Es gibt lediglich Einschränkungen beim Ernten von frischen Pauas: Pro Person 10 Stück. Sie kleben übrigens an großen Felsen und werden meist getaucht. Zum Abtrennen wird ein scharfes Messer benötigt.

Es gibt zwei verschiedene Sorten. Die große Paua und die etwas kleinere Silver Paua. Während das Perlmutt der großen Paua grünlich/blau schimmert, schillern die Silver Pauas (wie's der Name vermuten lässt) silbern.

Für die Esoteriker unter den Muschelfans: Pauas sollen eine kräftigende und stabilisierende Wirkung auf die Psyche haben. Angeblich heben sie das Selbstwertgefühl, vermitteln mehr Selbstvertrauen und bescheren mehr Selbstbewusstsein... Muss halt glauben!

In Kaikoura und auch in Carterton gibt es eine Paua Factory, wo man sich gut mit geschliffenen Muscheln eindecken kann. In Carterton kann man auch beim Schleifen zusehen und wie aus Pauas Schmuck hergestellt wird. Außerdem gibt es dort ein großes Salz-Wasser Aquarium mit lebenden Pauas, Seepferdchen und anderen See-Getieren.


Ganz kras
s haben es Myrtle und Fred Flutey in dem Örtchen Bluff (ganz im Süden) getrieben. Statt mit Kacheln haben sie ihre Wände mit über 4.000 geschliffenen Pauas beklebt und ihr Haus zur Besichtigung freigegeben. Rund ein Millionen Besucher sollen die beiden in 40 Jahren gehabt haben. Nicht schlecht, oder? Nach ihrem Tod (2008) gab's ein bisschen Hickhack mit den Erben, die die Muscheln ablösen und das Haus verkaufen wollten. Neuseeland war in Aufruhr. Es ging aber gut aus, das Wohnzimmer wurde 600 km gen Norden transportiert und kann heute im Canterbury Museum in Christchurch bestaunt werden.

Womit schon fast die Frage geklärt ist, wo findet man eigentlich Pauas? In Bluff auf alle Fälle, sonst hätten Myrtle und Fred schwerlich ihr Haus damit tapezieren können. In Bluff findet auch jährlich im April ein Austern und Seafood Festival statt. Pauas gibt es aber nicht überall in Neuseeland! Sie bevorzugen kaltes Wasser und kleben wie gesagt an Felsen. Wer sich an langen Sandstränden auf die Suche macht, sucht umsonst. Ein gutes Indiz für Pauas (zumindest an der Ostküste) ist die Anwesenheit von Seehunden. Sie mögen die gleichen Regionen. Angeblich gibt es auch an der Westküste Pauas, aber wer schnell fündig werden will, sollte sich lieber an der Ostküste auf die Suche machen, wobei die Südinsel noch erfolgversprechender ist als die Nordinsel.





Wer gerne Muscheln pur aus der Natur isst, dem seien die kleinen Tuatuas empfohlen. Es macht nicht nur Spaß sie zu essen, die Party beginnt schon beim "fischen". Sie werden bei Ebbe aus dem Sand gegraben. Allerdings nicht dort wo der Strand schön trocken daliegt, sondern knie- und hüfttief im Wasser. Man wartet ab, bis die Wellen ausgeklungen sind, dann bückt man sich, gräbt mit den Fingern im Sand und steckt die Muscheln schnell in einen Eimer oder besser noch ein Netz, bevor die nächste Welle anrollt. In der Theorie klingt das ganz unproblematisch. Da die Brandung aber etwas stärker ist als in der Ostsee, schluckt man dabei schon mal etwas Wasser und wird ständig von den Muscheln weggerissen, die man gerade mit dem Fuß oder den Händen aufgespürt hat. Wenn das Eimerchen voll ist, werden die Muscheln etwa einen Tag gewässert und dann gekocht oder gegrillt. Wer mag kann sie auch direkt aus dem Meer auf den Grill schmeißen, sie sind dann nur ein bisschen sandiger.


Crayfish / Languste
Dieser feuerrote Bursche war ursprünglich von brauner/schwarzer Farbe, bis er in den Kochtopf kam. Crayfishs oder Lobster haben ein weißes, festes Fleisch und schmecken leicht süßlich. Auf der Südinsel, auf der Route 1 von Blenheim nach Kaikouro (siehe Karte) kann man fertig gekochten Crayfisch direkt an der Straße kaufen. Der Preis richtet sich nach der Größe und liegt ca. zwischen 16 und 24 NZ $, also 8 - 12 Euro.