Wir könnten mal nach Kroatien fahren...

Meine Eltern haben 1965 ihren ersten gemeinsamen Urlaub in Kroatien verbracht. Im Zelt. Mir wurde von dieser Reise berichtet: Es war schrecklich heiß, die Straßen nicht wirklich befahrbar und die Kinder bettelten und bewarfen das Auto mit Steinen, wenn sie nichts bekamen. Ich war sehr gespannt auf Kroatien.

Seit meinem 10 Lebensjahr hatte ich praktisch alle Sommerferien in Skandinavien verbracht. Der Süden wurde eigentlich erst ab 1998, nach meinem Umzug nach Bayern, allmählich ins Reiseprogramm aufgenommen. Ist halter dichter bei als der Norden. In Italien war ich in den letzten 5 Jahren schon mehrfach gewesen, aber Kroatien war 2003 noch echtes Neuland und Abenteuer.

Unsere Reise - in meinem kleinen Twingo - begann mit Schnee ab Sylvensteinspeicher. Also gleich nach Bad Tölz. Da ich eine abenteuerliche Fahrt durch die Alpen für unabdingbar hielt, tuckerten wir kreuz und quer durch die Berge und freuten uns, dass die Winterreifen noch drauf waren.



Abends, kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir Meer. Es war herrlich warm, total schön und von den steinewerfenden Kindern war nichts zu sehen.




Wie gewohnt hatten wir nichts organisiert. Einfach aufs geradewohl losgefahren mit Clarissas Zuversicht, dass wir bestimmt irgendwo eine Unterkunft finden. Das Hotel im Ort war dicht. Aber die Nachbarin vermietete ihre obere Etage als Ferienwohnung, dort sollten wir es versuchen. Die Nachbarin war auf die überraschenden Übernachtungsgäste überhaupt nicht eingestellt und die Wohnung auch noch nicht fertig geputzt. Wir sollten ein bisschen warten, dann könnten wir einziehen.

Als wir schließlich mit unserem Gepäck anrückten, war sie gerade dabei, das Klo zu putzen. Irgendwie fehlte ihr dazu das nötige Putzmittel, so schnappte sie sich das, was die letzten Bewohner hinterlassen hatten und reinigte das Klo mit einem ordentlichen Schuss Odol (Mundwasser). Wir schauten ihr dabei etwas irritiert zu. Aber egal, Hauptsache, wir hatten ein Bett und mussten nicht im Dunkeln weiter suchen. Und abgesehen von der seltsamen Kloreinigung war die Ferienwohnung wirklich schön, frisch renoviert.



Unsere Vormieter waren (vermute ich) ein Trupp Handwerker gewesen, die hier länger gewohnt hatten. Sie ließen nicht nur ihr Mundwasser zurück, sondern auch ihre Duftmarke. Ich hab noch nie unter einer Bettdecke geschlafen, die so penetrant nach Schweiß und Körpermief roch, wie in dieser Nacht. Alles andere war wirklich fein, aber die Decke stank so schlimm, dass ich erst am frühen Morgen einschlief, unglücklich über den Mief, aber froh, dass die Kinder keine Steine mehr werfen!