Balkan Tour 2012 - Reisedetails

Ich war wieder auf Tour gen Balkan. Wieder nur im Schnellverfahren, aber lieber eine kurze intensive Stippvisite als zu Hause bleiben.


... Geplant war folgende Route:
Österreich, Ungarn, Serbien, Mazedonien, Griechenland, Albanien, Montenegro und dann irgendwie zurück nach Hause.


Draus geworden ist schlussendlich:
Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Mazedonien, Griechenland, Albanien, Montenegro, Bosnien, Kroatien, Slowenien, Österreich...

Bulgarien war gar nicht eingeplant gewesen, aber Serbien war bis Belgrad landschaftlich etwas monoton, außerdem dauerte die Fahrt über die Landstraße endlos. Sprich mir wurde langweilig, sodass ich einen spontanen Schwenk nach Bulgarien einlegte.


Zoll und Formalitäten:
Freie Fahrt ohne Zollkram gab es an folgenden Grenzen: Deutschland/Österreich, Österreich/Ungarn und Slowenien/Österreich. An den übrigen Grenzen kam ich mit Personalausweis durch. Ich hatte auch den Reisepass dabei (man weiß ja nie), der war aber nicht erforderlich. An den meisten Grenzen wurde auch nach den Fahrzeugpapieren gefragt. Bei Einreise nach Serbien, Mazedonien, Albanien und Bosnien musste außerdem die grüne Versicherungskarte vorgelegt werden. Schwierigkeiten gab es nirgendwo, es ging immer recht zügig. Was aber auch daran gelegen haben könnte, dass ich auf Nebenstrecken unterwegs war.

Nachdem ich in einem Forum gelesen hatte, dass die Einreise von Ungarn nach Serbien über die Autobahn sehr lange dauert, bin ich der Empfehlung gefolgt, über Tompa einzureisen. Grenztechnisch war alles problemlos, allerdings hätte laut Foreninfo in Tompa ein Campingplatz sein sollen. Den hab ich nicht gefunden. Stattdessen bin ich in einem Autohof-Hotel untergekommen für 11 Euro die Nacht. War okay.


Hier ein Überblick der Grenzüberschreitungen:


Ungarn-Serbien:

Personalausweis, Autopapiere und grüne Versicherungskarte

Serbien-Bulgarien:
Grenzstation Bregovo, keine besonderen Vorkommnisse. Nach der Grenze hab ich gleich eine Vignette für 5 Euro gekauft. Sie ist für die Nutzung sämtlicher ausgebauter Straßen und Autobahnen erforderlich. Bei Ausreise wurde kontrolliert, ob ich eine habe.

Bulgarien-Mazedonien:
War ganz lustig. Quasi auf der Zielgeraden nach Griechenland hab ich entschieden, dass ich doch noch einen Abstecher nach Mazedonien mache. War nicht ganz einfach, den Grenzübergang zu finden, denn die Bulgaren scheinen der Ansicht, dass sie den Weg dahin nicht ausschildern müssen - wer will schon nach Mazedonien? Theoretisch ist man auf der richtigen Straße, praktisch gibt es aber keine Bestätigung, dass man richtig ist.

Ich war aber richtig und hab die Grenze zwischen Logodaz (Bulgarien) und Delcevo (Mazedonien) schließlich gefunden. Erster Spaß war ein Holztransporter, dessen Fahrer meinte, dass er vor mir dran ist. Er kam von links von der LKW Waage und hupte so lange rum, bis ich den Rückwärtsgang eingelegt und ihn vorgelassen habe. Als er dann ausstieg, um mit seinen Papieren zum Zoll zu marschieren, hab ich ihn so böse angeschaut, dass er mir was von "keine Zeit, er hat's eilig" gestikulierte. Ich hab ihn weiter böse angeschaut und mit den Schultern gezuckt - ist mir doch egal.

Der bulgarische Zöllner konnte englisch und war völlig baff, als ich ihm als Reiseziel Griechenland nannte. Dies sei doch die Grenze zu Mazdonien und Griechenland ist in die andere Richtung... Als ich ihm meine geplante Route mit dem mazedonischen Schwenker erklärte, fragte er irritiert "why?" Ich will mal in Mazedonien kucken... Ach so... Na dann weiter zum Mazedonischen Zoll.

Hinter mir in der Schlange war ein Bulgare, der es noch eiliger hatte als der Holztransporter. Nachdem er sich umgeschaut hatte, kam er drauf, dass wir in der LKW-Schlange stecken und deshalb nicht weiterkommen. Also hat er mich rechts, knapp zwischen Holztransporter und Zollhütte vorbei gelotst und den Holztransporter genötigt, den Rückwärtsgang einzulegen, damit an ihm vorbei kommen. In Zentimeterarbeit kam ich so in die PKW-Schlange und zum mazedonischen Zoll.

Die Dame in dem Häuschen war recht grantig. Ich hatte ja schon vor zwei Jahren unfreundliche Beamte am mazedonischen Zoll getroffen und folgerte, dass die wohl alle so sind. Mit meinen Papieren hat sie mir aus Versehen
ihre handschriftliche Tagestatistik überreicht. Weil sie so unfreundlich war, hab ich die Statistik einfach mal behalten. Sie hatte am Abend bestimmt hübsch Stress, ihre Statistik abzuschließen.

Danach kam noch ein Häuschen mit der Polizeikontrolle und eine Überraschung. Der Polizist konnte sehr gut Deutsch (vor über 25 Jahren in Karlsruhe gelernt), war entzückt, dass ich mich für sein Land interessiere und hat mir deshalb gleich auf der Karte erklärt, wie ich am besten nach Griechenland komme, wo die Straßen gut sind, und wo nicht. Der eilige Bulgare hinter mir musste alldieweil schon wieder warten...


Das Gespräch hat mir mindestens 50 km Weg erspart, denn die Straße war auf der Landkarte kaum erkennbar als kleine Nebenstrecke eingezeichnet. War aber wirklich eine super Strecke. Mein Bild von Mazedonien hat sich dank des netten Zöllners komplett gewandelt.


Mazedonien-Griechenland (Sretenovo)
Eine "hübsche" Grenzstation, die direkt am Dojransko See liegt. Hier gibt es auf mazedonischer Seite "richtigen" Tourismus. Auf griechischer Seite kam ich gleich an der nächsten Kreuzung in eine Polizeikontrolle. Wenn es einen Grund gab, mich anzuhalten, dann allenfalls, dass ich am Stopschild nur kurz gestoppt hatte. Gesagt hat der Polizist nichts (wir hatten wohl auch keine gemeinsame Sprache), er nahm meine Papiere, ging zu seinem Auto, machte irgendwelchen Polizeikram und schrieb sich mein Autokennzeichen auf. Danach konnte ich weiterfahren, hatte aber das unangenehme Gefühl, dass ich jetzt auf der Liste stehe und mir besser nichts mehr zu Schulden kommen lasse...

Griechenland-Albanien
Die Ausreise wurde mal wieder dadurch erschwert, dass die Ausschilderung zur Grenze Mist ist. Ich bin also wie gehabt eine Weile durch die Gegend gejuckelt, ohne zu wissen, ob ich richtig bin oder nicht. Von albanischer Seite wurde die grüne Versicherungskarte verlangt.

Albanien-Montenegro
Letztes Mal wurde mir auf der Montenegro Seite 10 Euro
Straßenbenutzungsgebühren abgeknüpft. Diesmal hab ich nichts bezahlt.

Montenegro-Bosnien
Hier hatte ich kurz vor der Grenze eine lustige Begegnung mit einem polnischen Motorradfahrer (richtig fette Karre!), der sich hoffnungslos verfahren hatte. Er war voll geschockt, dass er in Montenegro ist und praktisch an der bosnischen Grenze steht. Er wollte doch nach Kroatien.

Seine Landkarte war wirklich total Mist.
Ich hab ihn dann über Trebnje (Bosnien) nach Kroatien geleitet - mit dem Finger auf meiner Landkarte, denn er konnte nur polnisch. Ganz schien er meiner Empfehlung aber nicht zu trauen, als ich wenig später an der Grenze ankam, diskutierte er engagiert mit den Zöllnern über seiner Landkarte und hielt den Grenzverkehr auf. Ich weiß nicht, ob die sich sprachlich problemlos verständigen können, jedenfalls wurde er dann noch ins Zollgebäude geschickt. Entweder, dass ihm da weitergeholfen wird, oder vielleicht auch zum Abschluss einer Versicherung - schien so, als hätte er keine grüne Versicherungskarte.

Bosnien-Kroatien
Keine besonderen Vorkommnisse

Kroatien-Slowenien
Keine besonderen Vorkommnisse

Slowenien-Österreich
Keine Kontrolle, nur Abkassieren von Tunnelgebühren in Höhe von 6,50 Euro


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Autobahngebühren und sonstige Gebühren
Da ich überwiegend Landstraße gefahren bin, hab ich mir in Ungarn, Serbien und Kroatien die Autobahngebühren gespart, die
"Nebenausgaben" hielten sich
diesmal also in Grenzen.

Österreich:
10-Tage Vignette - 8,00 Euro
Hinweg über Graz - zwei Tunnel, einmal 4,50 Euro, einmal 7,50 Euro
Rückweg über Villach - Felberntauerntunnel - 10,00 Euro



Bulgarien:
Straßenbenutzung (Minimum) 5 Euro. Letztes Mal hab ich das doppelte gezahlt. Kann aber sein, dass die Vignette damals länger gültig war. Die Vignette ist für eine generelle Straßenbenutzung, man kommt also nicht drum rum und wenn man keine hat (gibt es gleich bei Einreise an der Grenze zu kaufen oder an Tankstellen) muss man die Gebühren bei Ausreise bezahlen.

Griechenland:
Das Mautsystem hab ich nicht ganz verstanden, aber ich stand innerhalb von 1,5 Stunden insgesamt dreimal vor einer Mautstelle mit dem Hinweis, dass diese Straße nur mit Maut befahren werden darf. Da blieb mir nichts anderes übrig, als insgesamt 6,60 Euro rauszurücken.





Slowenien:
6,50 Euro Tunnelgebühren kurz vor Villach (Österreich)

Damit lieg ich bei rund 48 Euro. Landstraße fahren ist also deutlich günstiger (auch in Punkto Benzinverbrauch), aber man braucht ein paar Tage länger, um ans Ziel zu kommen. Letztes Mal hab ich weit über 100 Euro an Straßengebühren und Zeugs gezahlt, da bin ich allerdings auch auf der kroatischen Autobahn gefahren und musste über 50 Euro für den Grenzübergang (Fähre) von Rumänien nach Bulgarien berappen.