Kleiner Umweg über Ungarn

Ich hätte nicht unbedingt durch Ungarn fahren müssen, um nach Griechenland zu kommen, jedenfalls nicht in die Region nördlich des Balatons, über ein kleines Bauerndorf mit einem unaussprechlichen Namen. Aber ausgerechnet dort hat sich Franziska ein Haus mit Grundstück gekauft, um hier demnächst ihren Ruhestand zu genießen.


Weil das Dorf mit dem unaussprechlichen Namen in erreichbarer Nähe meiner geplanten Route lag - oder besser gesagt liegt (es ist ja noch da) - hab ich also einen Abstecher dahin gemacht. Wollte mir das Ganze aus der Nähe ansehen und außerdem hatte ich mich als "Helfer" bei den laufenden Umbauarbeiten angeboten. Die Anführungsstriche deshalb, weil man an einem Tag kaum große Umbausprünge machen kann, also eigentlich mehr den Arbeitsfluss stört, als dass man hilft. Wir haben aber immerhin doch die Schreibtische zusammengebaut und die abgeholzten Walnussäste für einen geplanten Gartenzaun zurecht gehackt und geschnitten..

Als ich von den Ungarn-Umzugsplänen das erste Mal hörte, dachte ich "Oh nee, doch nicht Ungarn... Die Sprache... da ist es im Sommer so heiß... und im Winter so tote Hose... und noch ein paar andere Sachen.


Dort zu leben hätte ich mir niiiie vorstellen können. Inzwischen könnte ich das schon. Am Haus und im Garten (hinten ist noch eine große Weide) gibt es natürlich viel zu tun. Aber mitten auf dem Grundstück steht ein riesiger Walnussbaum und wirft seinen Schatten auf den Garten. Der hat irgendwas. Also so in dem Sinne, man kommt an, steht unter dem Baum und fühlt sich gut. Das hab jetzt ich gesagt, die ich überhaupt keinen Sinn für esotherisches Zeugs hab.... Aber ich hab direkt mein Auto drunter geparkt und gewusst, hier schlaf ich!

Auch sind die Nachbarn wirklich nett. Solche Menschen, für die man bereit ist, eine Fremdsprache zu lernen, damit man sich mit ihnen unterhalten kann. Ich denke das wird gut Franziska!

Einfahrt in den Hof



Die weinüberdachte Terrasse



Drinnen setzt Franziska gerade ein paar Wände um. Was ich sehr spannend finde, ist die Anordnung der Grundstücke. Man hat nur Fenster auf die Straße und auf sein eigenes Grundstück. Zum Nachbarn nebenan gibt es keine Fenster. Wenn man welche möchte, schreibt die Bauordnung vor, dass sie mindestens 1,80 hoch sein müssen. Mit anderen Worten, man hat mit seinem Garten ein kleines Reich, in das der Nachbar keinen Einblick hat. Außer er steigt auf eine Leiter, um oben aus dem Fenster zu linsen.....



Das Bad-Kochstudio, wo man sich beim Duschen mit dem Koch unterhalten kann. Hinter dem Vorhang ist das Klo und eine kleine Badewanne. Ist natürlich nur ein vorläufiges Provisorium.




Draußen herrscht die Natur



Der Walnussbaum...



Das Haus gegenüber steht ebenfalls zum Verkauf. Aber ich komm lieber mal auf Besuch, als dass ich nach Ungarn abwandere.




Ich glaub, hier kann man es gut haben und sich wohlfühlen...



Ein paar hübsche Schilder hab ich natürlich auch gefunden: Über den goldigen Radfahrer freu ich mich ganz besonders.



Und die Kuh ist ebenfalls "neu" und ausgesprochen nett.