Bulgarien - schnell weg hier

Bei meiner ersten Balkantour hatte es mir in Bulgarien ziemlich gut gefallen. Diesmal war irgendwie alles unerfreulich und ich war froh, als ich wieder raus war.

Der Tag (Übernachtung in einer sehr gammeligen Autoraststätte) fing schon beschissen an, als ich auf ein paar bedauernswerte Straßenhunde stieß. Die Geschichte erzähl ich lieber gar nicht.

Ich war auf der E 79 unterwegs, die sie mit viel (EU)Geld in Stand gesetzt haben. Wenn man aber sieht, in welchen Behausungen die Leute an der E 79 leben, scheint die Investition einfach nur grotesk.



Ganz clever ist auch, dass die Straße für Fuhrwerke verboten ist. Jetzt muss sich nur noch jemand was überlegen, wie die Bauern zu ihren Feldern kommen sollen. Alternativ-Wege gibt es nämlich nicht. Vielleicht hätte man die Straße mal ein bisschen breiter machen sollen, dass noch ein Streifen für Landwirtschaftsfahrzeuge drin gewesen wäre...




Mangels Alternative sind die Eselkarren natürlich auf der Schnellstraße unterwegs.





Ich hatte derweil mit einem dringenden Problem zu tun. Ab und zu muss frau ja mal pieseln. Weil wir Frauen anatomisch etwas anders als Männer funktionieren, bevorzugen wir dazu (wenn es kein Klo gibt) ein Gebüsch oder einen anderen Sichtschutz. Ich hab endlos nach einer Möglichkeit gesucht, mal rechts ranzufahren und hinters Auto... Ging nicht. Überall wo ich hätte reinfahren können, war Betrieb. Entweder stand da ein Bauer mit seiner Kuh oder ein paar Schafen oder Ziegen. Oder es war der Arbeitsplatz einer Straßenprostitutierten. Leider kein Witz.



Vor Sofia stellen sie sich zum besseren Gesehenwerden auch schon mal mitten auf die Autobahn.



Die Polizei schien an diesem Tag nicht ausgelastet, an jeder Ecke war eine Kontrolle. Ich bin auch gleich in eine geraten. War aber korrekt gefahren und nachdem der eine den anderen Polizisten "Germania?" fragte und dieser mit den Schultern zuckte, durfte ich ganz unbürokratisch weiterfahren.

Auf meiner Balkantour vor zwei Jahren kam ich aus einer anderen Richtung nach Sofia. Weil ich damals ziemlich in der Hauptstadt herum geirrt bin, wollte ich diesmal einen großen Bogen drum rum machen und bin auf dem "Ring" um die Stadt gefahren. Der "Ring" ist in einem desaströsen Zustand und die angrenzenden "Wohngebiete", sind scheußlich bis unbewohnbar.

Hier wohnen die, die Geld haben. Sieht doch nett aus.



Gegenüber wohnen die ohne.





Ich bin davon überzeugt, dass die Ziegen zwecks Milchbelieferung wie Haustiere in den Wohnungen gehalten werden und regelmäßig zum Weiden ausgeführt werden.




Hier hausen die, die gar nichts haben - die Roma.