Griechenland - quer durch die Berge

Nach dem dummen Unfall vor zwei Jahren, gab es diesmal keine dramatischen Erlebnisse in Griechenland. Größtes Abenteuer war die Fahrt durchs Gebirge, um einmal quer rüber an die andere Küste.


Von Larisa (wird manchmal auch mit zwei "s" geschrieben") ging es weiter nach Trikala und von dort über kleine Nebenstraßen bis zur Küste bei Arta. Die Strecke durch die Berge beträgt etwa 150 km, laut google Maps fährt man das in 3 Stunden und ein bisschen. Ich hab 6 Stunden gebraucht. Und ich war nicht shoppen oder auf Sightseeing-Tour. Die Straßen waren eng, schmal, kurvig, schneller als 40 oder 50 ging per se nicht. Und dann, als es am allerschönsten war, war die Straße ganz weg und ich bin auf Schotter rumgerutscht.















Das klingt vielleicht nicht so abenteuerlich, aber ich war sehr hoch in den Bergen. Immer direkt am Abgrund, es regnete und überall lagen (große!) Felsbrocken auf dem Weg, dann der Schotter und vor allem die Ungewissheit, ob ich überhaupt auf dem richtigen Weg bin. Ich hätte 40 km zurück fahren müssen, wenn nach dem Schotter Ende gewesen wäre. Keine sehr angenehme Vorstellung. Zudem war ich auf der ganzen Strecke das einzige Auto, sodass ich auch nicht die Sicherheit hatte, die anderen müssen ja auch irgendwo hin wollen/herkommen.











Ich kam zwar ab und zu in ein Dorf, aber die waren auch nicht sonderlich hilfreich, erstens, weil mitten in den Bergen mit Wegschildern gespart wird. zweitens, weil die wenigen Schilder, die es gab, mal mit Großbuchstaben, mal mit Kleinbuchstaben beschriftet waren. Wenn da ein Schild mit Großbuchstaben stand, konnte ich den Ort nicht nicht auf meiner Karte finden, weil dort Kleinbuchstaben abgedruckt waren. Standen dagegen auf dem Schild Kleinbuchstaben, war ich völlig überfordert, weil ich mit denen überhaupt nichts anfangen konnte. So fit bin ich im griechischen Alphabet nun doch nicht. Die Großbuchstaben hatte ich nach ne Weile raus, aber bei den Kleinen bin ich ziemlich verzweifelt.





Trikala 86 km - die hatte ich gerade hinter mich gebracht
Gkolfari - 6 km und Glystra - 20 km - da wollte ich nicht hin. Zum Glück war es eine T-Kreuzung und nach ein bisschen Suchen entdeckte ich noch ein Schild, das den Weg in die dritte, richtige Richtung wies...

Ähm ja...





Ich muss sagen, da oben ganz alleine auf dem Schotter war mir schon ein bisschen mulmig. Die vielen Gedenkstätten waren auch nicht sonderlich aufbauend...







Unterwegs blühten so lustige Puschelwuschel-Sträucher in verschiedenen Farben, weiß, rot, gelb...






 

Irgendwie hab ich es dann geschafft, wieder aus den Bergen rauszufinden und das ionische Meer zu erreichen. War des sche!





Und dann hab ich auch bald darauf den Campingplatz mit Resturant und Appartementhaus am Meer gefunden. Perfekt!







Am nächsten Morgen ging es dann leider schon wieder zurück nach Hause. Ich hätte noch einen Tag bleiben können, aber ich wollte auf der Rückfahrt noch Zeit für Albanien, Montenegro und Bosnien haben. Deshalb hab ich mich wieder ins Auto gesetzt und weiter...

Zeigen muss ich noch dieses witzige Schild. Nein, das ist nicht die neue Karre von James Bond sondern ein "Mach das Licht an"-Hinweis





Sehr lustig find ich auch die Fertigbau-Kapellen, die man in Griechenland kaufen kann. Ganz nach Geschmack gibt es sie in verschiedenen Größen von Vogelhaus bis Gartenhaus mit unterschiedlichen Modulen, die man sich nach Geschmack zusammenstellen kann.



Ich wollte mir eigentlich eine Kapelle in dieser xs-Ausführung kaufen. Leute, die mein anderes Hobby kennen, können sich schon vorstellen, warum. Hab's dann aber doch gelassen