Albanien über die Küstenstraße

Wenn man nur einen Tag in Albanien unterwegs war, hat man anschließend einen völlig neuen Fahrstil. Man rechnet grundsätzlich mit allem, kommt an allen Hindernissen vorbei, fährt durch sie durch oder drüber weg, fährt Slalom...


Dass Autofahren in Albanien eine spezielle Angelegenheit ist, hatte ich schon vor zwei Jahren festgestellt. Diesmal hab ich es ein bisschen genauer dokumentiert. Um nicht zuviele Fotos auf einmal loszuschleudern, gibt es den albanischen Autofahrspaß in zwei Teilen. Die Landkarte, die ich diesmal dabei hatte, hat mich tatsächlich gut durch's Land geschleust. Allerdings war ich auch nicht auf völlig abgelegenen Straßen unterwegs.

Nach der Grenze in Richtung Sarande ging es straßenmäßig erstmal richtig gut los... Schöne neue Straße, schöne Landschaftsausblicke, wenig Verkehr, ruhiges Fahren... totaler Genuss. Verkehrsschildermäßig hab ich übrigens so gut wie gar nichts mitgebracht. Der Grund ist einfach, es gibt keine albanischen Schilder. Früher haben sie keine gebraucht, weil eh alle mit dem Eselskarren unterwegs waren. Heute stammen sämtliche Schilder aus Italien. Die häufigsten waren Überholverbot, Kurve und Überholverbot. Ein paar "Achtung Kinder" Schilder gab es natürlich auch, aber ich hab nichts original "albanisches" gesehen :(

 









Die obgligatorischen Bunker, die es überall an der Küste und im Grenzraum gibt. Sie stammen aus der Zeit, als sich Albanien komplett von der Außenwelt isoliert hatte und keinen ins Land lassen wollte.



Ein "junger" Reitersmann...



Ein kleines Dorf, nett und unproblematisch zu durchfahren, kaum von einem Dorf in Griechenland oder Kroatien zu unterscheiden.



Und dann eine versperrt eine riesige Herde Schafe die Straße. Der Typ hinten telefoniert gerade mit dem Handy. Eine sehr beliebte Beschäftigung im Balkan. Alle rennen mit Handys durch die Landschaft, ganz egal, was sie gerade treiben....



Weil der junge Mann telefonieren musste und es ihn auch nicht weiter störte, dass ich vorbei wollte, hab ich es mal auf der linken Seite versucht. Er hat dann ein paar Schäfchen gescheucht, dass ich eine schmale Gasse hatte, die bis zur nächsten Horde reichte...



Der zweite junge Mann hat dann auch ein paar Schäfchen nach rechts gescheucht und es ging wieder ein Stück weiter. Als ich halb durch war, kam von hinten ein LKW, der hat ordentlich gehupt und dann ging es schneller vorran.



Unterwegs mit dem Esel...



Dann die erste Baustelle



Links auf dem Schotter fahren...



Rechts auf dem Schotter fahren...



Kleines Überholmanöver...



Links auf dem Teer fahren. Das zog sich über einige Kilometer hin.



Irgendwann war die Straße wieder normal befahrbar. So ging es weiter bis Sarande. Auf dem Foto sieht Sarande eigentlich harmlos aus.



Aber ich hab die Abzweigung nach Vlore verpasst und bin so voll in die Stadt gekommen, wo ich wie eine Blinde herum irrte, bis ich am Friedhof in eine Sackgasse und mitten in eine Beerdigungsfeier geriet. Also umdrehen und zurück. Die Schwierigkeit ist, dass es nahezu keine Ausschilderungen gibt und jeder die Verkehrsregeln so interpretiert, wie es ihm gerade am besten passt: Mitten auf der Straße parken und mit Freunden schwätzen, jeder hat Vorfahrt und alle haben es eilig und versuchen dich zu überholen...





Danach brauchte ich ein kühles Bad in der kristallklaren Adria...



Des war sche!





Im zweiten Teil geht es um die albanische Autobahn, und was man da so erlebt....
Weiterlesen