Eestland mit den vielen Buchstaben

In Estland wird genauso verschwenderisch mit den Buchstaben herumgeworfen wie in Finnland. Warum ein einfaches A oder E oder O... weenn aallees auch dooppellt geeht?

Wenn die hier mal eine Rechtschreibreform haben, könnte glatt die Hälfte der Buchstaben gestrichen werden.

Geplant war, dass ich 1,5 Tage in Estland verbringe. Aber dadurch, dass wir den ganzen Vormittag und Nachmittag in Lettland gebadet hatten, wurde kein richtiger Tag draus. Ich kann eigentlich nicht behaupten, dass ich wirklich was von Estland gesehen hab. Gegen 16 Uhr haben wir die Grenze passiert und uns in den LKW-Verkehr auf der einzigen (stark befahrenen) Straße gen Norden eingereiht.

Die Campingplatzsuche ging leider total in die Hose. Der Campingplatz, den ich mir in Pärnu ausgesucht hatte, hatte zwar WIFI, war aber ansonsten einfach nur schrecklich. Die Caravans standen dicht an dicht, Reih in Reihe, zum Nachbarn jeweils 2 wohlkalkulierte Meter Abstand. Da wollte ich mich nicht zwischen quetschen.

Also die Karte studiert und überlegt, dass es wohl das beste ist, weiter gen Tallin zu fahren. Auf dem Weg dahin würde sich sicherlich noch ein anderer Campingplatz finden. Und genau das war nicht der Fall. Nur öde Schnellstraße, rechts und links Felder oder Wald. Keine Stadt weit und breit. Gerade als ich rechts in den Wald zum wildcampen abbiegen wollte, kam doch noch ein Caravan Zeichen.

Hätte ich gewusst, was der Spaß kostet, wäre ich doch in den Wald gefahren! Der Campingplatz war ein Hotel, ziemlich nobel sogar, in einem restaurierten Gutshof. Die brachliegende Wiese haben sie als Extra-Einnahme für Camper eingeplant. 16 Euro für "Caravan" und eine Person. 2 Euro pro weitere Person und 7 Euro für Rossi!!! Die haben ja wohl einen Vogel. Das schien der Tante an der Rezeption, die nur estnisch und russisch sprach, wohl auch etwas übertrieben, so gab sie sich mit 20 zufrieden. 20 Euro! Das bis dahin teuerste waren 12 Euro in Kaunas gewesen.

Apropos Wildcampen - dagegen spricht aus meiner Erfahrung nur eines: Mücken! Es gibt ausreichend Möglichkeiten, irgendwo diskret im Wald zu "parken". Aber die Stellen sind in der Regel super bewacht - von Mücke & Co. Und weil die sich freuen, mal etwas Abwechslung zum ewigen Hirsch und Elch zu bekommen, stürzen sie sich mit Begeisterung auf einen. Also Wildcampen bedeutet, man sitzt im Wald im Auto und traut sich nicht vor die Tür.

Weil wir ein paar Mücken im Auto hatten, die entdeckt haben, dass ich kurze Hosen trage und beim Autofahren gar nicht mitkriege, wenn sie sich über meine Haxen hermachen, hab ich in einem lettischen Supermarkt im großen Stil Anti-Muck gekauft. Ich konnte mich nicht entscheiden, bzw. ich hab nicht verstanden, was der Unterschied zwischen den 4 Sorten ist, also hab ich von jeder eine Dose mitgenommen. Kosteten hier nicht viel. Im mutigen Selbsttest werde ich sie nacheinander an mir ausprobieren.

Ich bin gewappnet!

Heute war erstmal die gelbe Dose dran. Geruch ist okay, aber wenn man das Zeugs einatmet, fällt man gleich neben der Mücke tot um. Ich hab großzügig die offene Autotüre eingesprüht. Und tatsächlich, die Viecher bleiben draußen. 14 Stück hatten es aber vorher noch rein geschafft. Hat ziemlich lange gedauert, bis ich die alle erlegt hatte. Rossi hat total Schiss vor Mücken. So schlimm, dass er mir auf den Schoss klettert und Hilfe weint.

Große Unterschiede zwischen den drei Baltenstaaten lassen sich eigentlich nicht feststellen. Landschaftlich könnte man auch in Schweden oder Finnland sein. Alle drei Länder haben die gleichen Supermarktketten. In Litauen kam es mir am günstigsten vor, kann mich aber täuschen. Diesel ist in Estland am billigsten. (1,02 Euro/Liter). Litauen hat die meisten Störche, Estland dafür Elche. In Litauen und Estland sieht man auf dem Land viele bunte Holzhäuser. In Lettland kan man noch viele sozialisitische Prachtbauten bewundern.

Ich hätte mir gerne noch ein bisschen mehr von Estland angesehen. Die Küste mit den kleinen Inselchens soll sehr schön sein. Aber dahin hab ich es wieder nicht geschafft. Auch am nächsten Tag hab ich nicht mehr viel gesehen und nur wenige Fotos gemacht. Ist sich irgendwie nicht ausgegangen. Tallin fand ich nicht soo übermäßig aufregend, so hab ich mich mehr den Verkehrsschildern als der Stadtfotografie gewidmet. Das Eichhörnchen hing schon vor 6 Jahren an diesem Laternenpfahl!




Wir warten auf die Fähre.



Der Superstar Bananenkutter.



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