Camping und Einkaufen in Litauen

Nach meinen Erfahrungen vom letzten Aufenthalt in Litauen, hatte ich gedacht, die haben's hier nicht so mit Campingplätzen und mich schon auf Minimal-Luxus oder Wildcamping irgendwo in den litauischen Wäldern eingestellt. Aber Irrtum! Die Zeiten haben sich geändert.

 

Nach zwei Campingnächten mit minimaler sanitärer Ausstattung in Tschechien und Polen, hatte ich in Kaunaus einen richtig tollen Platz erwischt. Direkt in der Stadt, an der Autobahn und an einem coolen See mit Badestrand und Waserski-Anlage.



Den Campinn kann ich wirklich nur empfehlen. Super Sanitärbereich!

Auch an der Ostsee hat sich viel getan. Der "Wiesen-Campingplatz", auf dem ich vor 6 Jahren genächtigt hatte (Plumpsklos, die keiner benutzen wollte und null Dusche) war tatsächlich renoviert.

Damals...



Rezeption und Wohnstätte des Campingwächters...



Auch viele andere Campingplätze zwischen Klaideda und Paulanga wurden gerade umgebaut oder waren bereits fertig. Durch die kurische Nehrung mit dem Haff hat Litauen realtiv wenig "normale" Küste. Urlaub an der Ostsee findet in Litauen entweder auf der Nehrung statt (in Nida gibt es einen Campingplatz) oder sonst zwischen Paulanga und Klaideda.

Wie in Skandinavien bieten auch die meisten Campingplätze Hütten bzw. Cabins zur Übernachtung an.

Kurz vor Paulanga hab ich den putzigsten Campingplatz gefunden, den man sich denken kann.

Man kann gar nicht sagen, wer sich hier austobt - Schreiner, Zimmermann, Holzbildhauer, Landschaftsarchitekt, Kaninchenzüchter, Lichttechniker... Von allem etwas.


 
Das Gelände ist eine größere Wiese mit etwas Wald. Zwischen den Bäumen stehen diverse Holzkunstwerke und ein liebevoll gezimmerter Spielplatz für die Kiddies.







Zwischen den Bäumen und Kunstwerken sind die Zelte aufgeschlagen. Die haben's da echt kuschelig und garantiert schattig. Am Rand der Wiese stehen ein paar Hütten. Alle verschiedenen groß (bzw. winzig klein). Keine Ahnung, wie in die Minidinger 3 Leute reinpassen. Gegenüber sind einige Stellplätze für die Caravans und Leute, die so wie in ihrem Hochdachkombi schlafen ;-)

Zwischen den Plätzen sind mehrere Feuerstellen (die braucht man hier!) und Sitzbänke.

Die Toilette findet man in einer lustigen Bretterlaube, aber absolut in Ordnung. Das Behinderten Klo sieht aus wie ein großer Holzstapel. Ist aber von einer Seite betretbar. Die Fenster sind nicht echt, nur in die Holzklötze eingebaut. Nachts werden sie beleuchtet und du bist bei den 7 Zwergen hinter den 7 Bergen - Heijo, Heijo...



In der Hüte dahinter ist die Sauna. Das weiß ich, weil da ein NACKTER Kerl rauskam. Nicht so'n alter hässlicher, sondern ein Junger.


Die Waschbecken sind freiluft, aber überdacht.



Hausverschönerung...



Und das Beste: ein Kleintierzoo! Die Karnickel ließen sich mit Begeisterung von den Kindern Gras zustecken. Hühner und vor allem Hähne gibt es auch, wie ich am nächsten Morgen um 5 Uhr hören konnte.



Neben den Karnickeln ist ein großes Gehege mit 10 oder 15 Nutrias, von Baby bis Opa. Die leckeren Tierchen (hab gehört, dass die lecker sein sollen) haben eine unterirdische Tunnelanlage, die durch einen Schacht in einen großen Drahtkäfig im Bachbett führt. Darin haben die alle rumgeplanscht. Das nenn ich mal artgerechte Haltung!

Einkaufen in Litauen...

macht richtig Spaß. Es gibt so viel Unbekanntes zu entdecken, das nicht nur lecker aussieht, sondern auch so schmeckt. Und es ist deutlich günstiger als bei uns.

Seit Januar 2015 hat Litauen den Euro. War lustig zu sehen, wie sie in den Geschäften mit den noch ungewohnten Cents rumsortieren. Lettland und Estland sind ebenfalls Mitglieder der Eurozone. Find ich wunderbar, ich hab noch von 2009 lauter Lits und Lets rumliegen, die auf immer und ewig in einer alten Blechdose vor sich hin rosten.

In den litauischen Supermärkten gibt es üppige Tortenauslagen. Da könnten sich unsere Bäcker mal was abkucken!





Sehr beliebt in Litauen: Baumkuchen. Ist allerdings mehr was fürs Auge als der große Gaumengenuss. Schmeckt etwa wie hart gebackene und getrocknete Waffeln.

Die Pasteten sehen auch nicht schlecht aus. Wenn man denn verstehen würde, was das ist...



Für Rossi the dog hab ich ein paar litauische Würstchen gekauft - so als Anreiz, etwas schneller ins Auto einzusteigen. Dachte, wenn sie gut für das Kind sind, können sie dem Hund auch nicht schaden. Haben ihm gut geschmeckt und waren ein guter Anreiz!



Und weil der Hund plötzlich sein Reisefutter nicht mehr mochte, kam auch ein bisschen litauisches Chappy in den Einkaufskorb. Fand er nach drei mageren Tagen mit Trockenfutter wie eine Einladung ins Gourmetrestaurant.