Etap(en)-Ziel Madrid (E)

Der Tag war geradezu perfekt zum Abreisen. Es war neblig, null Sicht und es regnete in Strömen. Gut, dass es erst am Abreisetag so schlecht war. Eigentlich wollte ich um 9 losfahren, aber es wurde 10 Uhr und ich traf noch mal auf meinen Vermieter, der mich befragte, ob alles bueno war. Ich sagte ja, weil ich ein "Nein" mangels gemeinsamer Sprache nicht hätte erklären können.

Es war ja auch nicht seine Schuld, dass ich falsche Erwartungen gehabt hatte. Aber die prähistorischen Sitzmöbel könnte er freilich mal durch neue ersetzen und eine bessere Beheizung und Beleuchtung des Wohnzimmers wäre ebenfalls wünschenswert. Dass mir die Art und Weise, wie er seine Hunde hält, nicht gefällt, kann ich ihm wohl kaum vermitteln. Ein Hofhund wird bei uns auch nicht so liebevoll wie ein Familienhund behandelt.



Der erste Abschnitt bis Priego war wegen des Nebels und der kurvigen Straßen nicht sehr angenehm zu fahren.



Danach wurde es etwas besser. Fotos hab ich so gut wie keine gemacht, es gab einfach nichts zu sehen. Bis Jaen ging es durch Olivenberge, danach wurde es irgendwann flacher. Irgendwann war ich in La Mancha - Don Quijote Land. Das merkte man nicht nur an den Windmühlen rechts und links der Autobahn.



Auch der Held himself war überall anzutreffen!



Das lustigste Erlebnis des Tages war die Begegnung mit einer Spanierin, die angefahren kam, während ich im Regen mit Rossi auf einem stillgelegten Straßenabschnitt Ball spielte. Obwohl ich ihr direkt gesagt hatte, dass ich kein Wort Spanisch spreche oder verstehe, wollte sie mir unbedingt von ihrem Problem mit dem defekten Scheibenwischer erzählen und führte es mir sehr wortreich aus. Der auf der Beifahrerseite bewegte sich normal, der auf der Fahrerseite bewegte sich mehr oder weniger gar nicht.

Offensichtlich ein Problem mit dem Scheibenwischer-Motor. Aber genauso wenig, wie es sie gestört hatte, dass ich sie nicht verstehe, stört es sie nicht, was ich ihr pantomisch zu erklären versuchte - dass sie mal die Motorhaube aufmachen soll, damit ich nachsehen kann, ob da vielleicht ein loses Kabel rumhängt. Nach mehrfachen Versuchen, alldiweil sie die Wischblätter der Scheibenwischer gegeneinander austauschte, hab ich aufgegeben und mich verabschiedet. Wenn sie nicht versuchen kann, mich zu verstehen, muss ich auch nicht versuchen, ihr was zu erklären.


Während der Regen stärker wurde, war ich sehr froh, dass meine Scheibenwischer in Ordnung waren. Obwohl...

Das muss ich jetzt an dieser Stelle mal loswerden, ich hoffe, dass die Leute, die für die Entwicklung des Renault Scienic verantwortlich sind, inzwischen einen Posten in der Modellauto-Branche haben. Erklären die nächsten beiden Bilder, was ich meine?



Sobald es regnet, oder wenn man die Scheibenwischanlage betätigt, haut einem das Spritzwasser das Seitenfester zu und man sieht nichts mehr im Spiegel.



Das Hotel zu finden, war kein Problem, es lag direkt an der Autobahn, auf der ich eh unterwegs war. Mir wurde ein rollstuhlgerechtes Zimmer im Erdgeschoss zugewiesen. Keine Ahnung wie wir zu der Ehre kamen, aber das Zimmer war toll. Es war deutlich größer, die Gänge und das Bad sind breiter und die Matratze war wunderbar. Viel weicher als in den normalen Zimmern. Soviel Platz, da würden sogar noch 20 Neufundländer mit uns reinpassen.



Weil es noch früh am Tag war, bin ich noch zum nächsten Shopping-Center gefahren. Also so'n typisches Commercial Center mit verschiedenen Supermärkten. Im Foursquare wurden noch ein paar getrocknete Feigen für die Lieben daheim eingepackt. mehr weiß ich über diesen Tag nicht zu berichten.