Mit der Fähre nach Island

Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten, nach Island zu reisen: Mit dem Flieger nach Keflavik (ca. 40 km von Reykjavik) oder mit der Fähre (Smyril Line) nach Seydisfjördir im Südosten von Island.

Wir haben uns vor allem deshalb für die Fähre entschieden, weil es mal "was anderes" war - zwei Tage auf dem Nordatlantik. Außerdem erschien es mir einfacher und entspannter mit meinen Eltern (75 + 78) samt umfangreichem Gepäck nach Island zu kommen. Andere Passagiere haben mir auch berichtet, dass es günstiger ist, mit dem eigenen Auto anzureisen, als einen Leihwagen zu nehmen. Das hab ich allerdings nicht so genau durchkalkuliert.

Die Norröner fährt in den Sommermonaten ab Hirtshals (Dänemark) zweimal die Woche nach Island, in den Wintermonaten nicht ganz so oft.



So verlief unsere Reise:
Auf der Hinfahrt legte die Norröner in der Früh in Hirtshals ab und nach zwei Nächten auf See kamen wir morgens auf Island an. Reisezeit ca. 48 Stunden. Auf den Färöer Inseln hatten wir einen kurzen Verladestopp, während dem wir das Schiff leider nicht verlassen konnten. So konnten wir die Hauptstadt Torshavn nur vom Deck aus bewundern.



Die Rückfahrt dauerte etwas länger: Abends ab Seydisfjördir, am nächsten Tag nachmittags waren wir auf den Faröer Inseln und konnten bei einem 6-stündigen Zwischenstopp dann auch von Board und uns Torshaven ansehen, oder mit dem Bus eine kleine Rundfahrt über die Inselgruppe machen. Danach waren wir noch einen ganzen Tag und eine Nacht auf See, sodass die Rückfahrt insgesamt um die 60 Stunden dauerte.

Kostenpunkt:

Je nach Saison kostet das Paket Auto inkl. 3 Personen hin und zurück etwa 600 bis 950 Euro. Die Preise für Auto mit einer Person beginnen bei knapp 300 Euro. Zu dem Auto-/Personenticket kommen die Kosten für die Kabinen bzw. Liegesessel. Der Liegesessel kostet 25 bis 50 Euro. Für die 4-Bett Außenkabine haben wir für die 5 Nächte etwa 350 Euro gezahlt, inklusive Frühstück.

Zur Kabinenausstattung gehört übrigens auch ein kleiner Kühlschrank, um mitgebrachte Verpflegung während der Fahrt zu kühlen. Wir hatten auf der Hinfahrt Kartoffelsalat und Klopse dabei, auf der Rückfahrt Brot und geräucherten Lachs, sodass wir außer dem gebuchten Frühstück, ein paar Eis und Würstchen an Board, weiter nichts gebraucht haben. Im "Supermarkt" haben wir uns später noch mit Getränken eingedeckt. Wobei die Auswahl an alkoholfreien Getränken nicht so groß war, wie an alkoholischen. Es gab Wasser, Cola/Fanta in Dosen, Eistee in PET-Flaschen und Capri-Sonne.


Der Gesamtpreis für die Anreise mit eigenem Auto war also recht ähnlich wie der Preis für drei Flugtickets (wenn man nicht grade extrem günstige erwischt). Mit dem Schiffe dauert es nur länger und man sollte auch eine gewisse Seefestigkeit mitbringen, der Nordatlantik gilt ja nicht gerade als das ruhigeste Gewässer.

Die Hinfahrt war allerdings total easy. Am zweiten Tag war das Meer so glatt, dass sich die Möwen im Wasser spiegelten, wenn sie im Tiefflug drüber hinweg glitten. So ruhig hab ich das Meer noch nie erlebt.



Die Rückfahrt startete dagegen ziemlich wild. Ich weiß nicht, wie hoch die Wellen waren, aber wir hatten ganz gut zu tun, in der Nacht nicht aus dem Bett zu rollen. Dank familärer Seefestigkeit oder lag es an den Reisetabletten (?), wurde keiner von uns seekrank. Sonst wären die knapp 3 Tage auf See nicht so lustig gewesen.

Zur Unterhaltung der Passagiere gibt es verschiedene gastronomische Angebote (Cafe, Restaurant, Lounge...), im unteren Deck (2) gibt es sogar einen Fitnessraum und einen kleinen Pool. Auch die obligatorischen Automaten und der taxfree "Supermarkt" fehlen nicht. Nachmittags wird Bingo gespielt und Abends gibt es in der Bar Livemusik. Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese Angebote kaum genutzt habe, die meiste Zeit hab ich in unserer Kabine oder oben auf Deck gelesen - endlich hatte ich mal wieder Zeit für Bücher.

Zwischendurch haben wir Quirkle gespielt. Das Spiel kann ich als Reisespiel sehr empfehlen, außer den Quirkle-Steinen, die in einem Sack aufgehoben werden, braucht man nichts und die Regeln sind so einfach, dass man es schon beim ersten Spiel kapiert. Es gilt darum Punkte zu machen, in dem man auf geschickte Art und Weise eine Reihe bildet bzw. anlegt. Diese Reihe kann entweder aus Steinen der gleichen Farbe (mit maximal 6 unterschiedlichen Symbolen) bestehen, oder aus einer Reihe mit gleichen Symbolen in maximal 6 verschiedenen Farben. Klingt beim Lesen kompliziert, ist es in der Praxis aber nicht.

Auf der Rückfahrt war der Zwischenstopp auf den Färöer Inseln mein absolutes Highlight. Ich bin von dem 4-stündigen Ausflug in Torshavn total verliebt zurück gekommen. So ein entzückendes Städtchen... (aber dazu an anderer Stelle mehr).



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