Weihnachts-Badeurlaub auf Island

Lasst uns mal was anderes machen und über Weihnachten nach Island fliegen... Flug gebucht. Zimmerchen gesucht und ab nach Island. Ansonsten sind wir recht blauäugig losgeflogen. Ganz nach der Devise: Schaun wir mal, was da abgeht, wenn wir ankommen...




Außer, dass wir vom Flughafen Keflavik mit dem Bus nach Reykjavik fahren mussten, bis zum BSI, dem zentralen Busbahnhof am Domestic Airport, von dort die große Straße überqueren und dann schräg gegenüber in der Soleyargatan das Haus mit der Nummer xy suchen, wussten wir nicht viel. Der Busfahrer wusste eindeutig mehr über unseren Winterurlaub als wir, denn der kannte sämtliche Übernachtungsmöglichkeiten in Reykjavik und wusste sofort, wo wir hinwollen.

Der Landeanflug auf Island war ein kleiner Schock. Alles Berge, alles weiß. Nirgendwo ein Haus, nirgendwo Licht. Ist Island im Winter die Antarktis? So kam es uns vor. Ist es natürlich nicht. Der Flughafen Keflavik liegt allerdings völlig ab vom Schuss. Der meterhohe Schnee bei unserer Ankunft war hingegen eher ungewöhnlich - behauptete zumindest unser Zimmerwirt, als er irgendwann eintraf, nachdem wir angerufen hatten. Der Schlüssel lag unter einem Stein vor der Haustür. Drinnnen fanden wir die Nachricht, dass wir Einar anrufen sollen, wenn wir da sind. Er kommt dann. Er kam dann. Wir bekamen unser Zimmer in der zweiten Etage unterm Dach zugewiesen (tolle Aussicht von da oben) und wir waren in Island. Cool!



Am nächsten Morgen gleich der nächste Schock. Egal zu welcher Uhrzeit wir aus dem Fenster schauten, es war stockdunkel und es wollte und wollte nicht heller werden. Ja, von der Polarnacht wussten wir natürlich, aber davon wissen, ist was anderes als auf's Tageslicht zu warten, das einfach nicht kommen will. Und was fängt man dann mit dem Tag an? Wir haben erstmal so lange geschlafen, bis wir ohne Taschenlampe vors Haus konnten. Es war ein ziemlich komisches Gefühl, weil wir am ersten Tag gar nicht abschätzen konnten, ob es die ganze Zeit so dunkel bleibt, oder ob es doch noch etwas heller wird. Und wann?


22.12. 2008, Reykjavik um 10:42
Gegenüber der Straße lag praktischerweise eine Tankstelle mit kleinem Supermarkt und einem Subway.






So gegen 11 Uhr haben wir uns dann doch mal runter ins Esszimmer begeben, wo wir auf zwei Asiaten trafen. Keine Ahnung, woher die beiden Jungs kamen, sie wollten nicht mit uns reden, haben uns nicht angeschaut, und auch kein Wort zur Begrüßung geäußert. Vielleicht waren es auch Inuit auf Südurlaub? Jedenfalls hatten sie das ganze Frühstück abgeräumt. Außer Toastbrot und Butter war nichts mehr da.

Bei meterhohem Schnee waren wir in Island eingetroffen. Am Morgen danach war fast nichts mehr davon übrig. Irgendwann in der Nacht hatten warme Winde eingesetzt und Reykjavik war eine einzige Schneematschlandschaft. Island ist im Winter gar nicht so kalt, wie man denkt... (Golfstrom!) Aber der ganze Schnee über Nacht weg, das war irgendwie auch nicht so toll. Es war doch Weihnachten!!!



Hier ein Beweisfoto, dass wirklich schon Mittag ist!






Bis 14 Uhr war es ein bisschen heller geworden. Bis dahin hatten wir das Zentrum schon ziemlich durch und alles gesehen.



Mangels weiterer Ideen, was wir anfangen können, gingen wir dahin, wohin alle Isländer gehen, wenn sie sich nach was Warmen sehnen: ins Schwimmbad


Ganz so unvorbereitet für Ferien in Island waren wir also doch nicht, denn zwei von uns hatten ihre Schwimmsachen eingepackt. Nur die dritte musste sich einen Badeanzug von der zweiten ausleihen. Was erstmal zu Diskussionen und lautem Protest führte. Wir haben sie damit getröstet, dass der Badeanzug nur auf Island ihr Image zerstören wird, zu Hause weiß ja niemand, dass sie so ein peinliches Ding angezogen hat...



Das erste Schwimmbad, das wir besucht haben, war mitten in der Stadt, unweit der berühmten Hallgrims Kirche. Das Schwimmbecken drinnen war recht frisch. Aber draußen gab es die islandtypischen Hotpots mit heißem bis sehr heißem Wasser. Hier saßen wir bis zum Hals in herrlich heißem Wasser, während uns der Wind nur so um die Ohren wehte... War cool!

Es gab auch Tage, da wurde es ein bisschen heller und freundlicher. Am zweiten Weihnachtstag zum Beispiel. Dann sah es so in Reykjavik aus.







Die schöne Hallgrímskirkja wurde gerade restauriert und war leider komplett eingerüstet.











Am Hafen wird fleissig gebaut.











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