Heiligabend in der Blauen Lagune

Der dritte Tag auf Island war Heiligabend und wir hatten nur einen Plan: In der Blauen Lagune planschen!

 

Unser Hausmanager hatte sich zwar große Mühe gegeben, uns die Blaue Lagune als das schmutzigste und überlaufendste Schwimmbad in ganz Island anzupreisen, aber damit hat er uns weder vom Plan abgebracht, noch den Spaß verdorben.

Mangels fahrbarem Untersatz fuhren wir vom BSI aus mit dem Bus hin. Dort wird die Fahrt zur Blauen Lagune als Tagesausflug (etwa 4-5 Stunden inkl. Anreise und Eintritt) angeboten. An den verschiedenen Hotels wurden noch ein paar Touristen eingesammelt, die das gleiche Ziel hatten, dann ging's los Richtung Keflavik.

Die nachfolgenden Fotos entstanden bei heftigem Zähneklappern und einem halben Kälteschock, denn ich hüpfte da im Badeanzug bei wenig Graden und heftigem Wind herum. Im Wasser macht einem das nichts aus. Aber außerhalb des Wassers hält man es logischerweise nicht sehr lange aus. Deswegen existieren leider auch nur wenige Fotos und die paar sind auch nicht von bester Qualität, weil wir nur die kleine "Taschenkamera" mit ins Schwimmbad genommen haben.






Das "Schneefeld" auf dem nächsten Bild ist das stark mineralhaltige Wasser in der Blauen Lagune.



Worauf man in der Blauen Lagune ein bisschen Acht geben muss, ist der Boden. Da es ein Naturschwimmbad in einem Lavafeld ist, ist der Boden nicht ganz eben. Man sollte deshalb beim Gehen immer gut die Füße hochheben, sonst kann's passieren, dass man sich die Zehen anhaut...






Und dann war der Spaß auch schon wieder vorbei. An dem Schnellimbiss vor dem BSI (ein Drive-Inn, den wir per Pedes besuchten) haben wir noch die letzten drei Portionen Pizza mit Cola gekauft, die es gab. Irgendwie hatten wir nicht bedacht, dass Heiligabend alle Restaurants geschlossen haben könnten...



So gab es Pizza mit Cola zum Abendbrot...



Und der Fernseher lief auch dabei. Sieht doch heimilig aus, der?

Die selbstbräunende bebe-Creme rechts im Bild hatten wir für einen guten Teint mit nach Island genommen. Damit wir hübsch gebräunt nach Hause kommen.




Später am Abend sind wir zum Weihnachtsgottesdienst in die Hallgrim-Kirche gegangen. Beinahe wären wir kurz vorm Eingang wieder umgekehrt. Die Isländer stiegen direkt vor der Kirche aus ihren frisch polierten Autos aus und waren im Gegensatz zu uns sehr festlich gekleidet. Vor allem trugen sie keine Wanderschuhe so wie wir, sondern feinste Lederschuhe.

Wir waren dick vermummt wie Polarforscher, die Isländer trugen Kleider und Anzüge aus feinstem Tuch. Wir hatten einen dicken Wollschal um den Hals und eine ebensolche Mütze. Die Isländer hatten Seidentücher und Hüte... Wir wurden aber so freundlich eingeladen, reinzukommen, dass wir doch reingegangen sind (was gut war!).

Die Kirche war so gerammelt voll, dass hinten mehrere Reihen mit Extra-Stühlen aufgestellt wurden. Da saßen wir und lauschten den Isländern bei ihren Weihnachtsgesängen. War schön! Und auf dem Rückweg durch die dunkle Stadt war alles feierlich beleuchtet und in den Fenstern konnte man den Isländern beim Essen oder beim Geschenkeauspacken zusehen...



Bei uns gab es dann auch ein paar Geschenke. Unter anderem Videos, die wir am Laptop angeschaut haben. Außerdem haben wir uns gegenseitig Island Krimis geschenkt.



Engelsstimme, Arnaldur Indridason:
In einem Reykjavíker Hotel wird der als Weihnachtsmann verkleidete Portier erstochen aufgefunden... Schon der erste Satz macht deutlich: der perfekte Krimi, wenn man Weihnachten in Island ist. Ehemals war der ermordete Weihnachtsmann ein berühmter Chorknabe mit einer Engelsstimme und der Fall löst sich erst durch intensive Ermittlungen in der Vergangenheit auf. Mehr verrate ich nicht. Beim Lesen des Krimis hatte ich immer das Hotel am Inland-Flughafen vor Augen, das nicht weit von uns weg war. Bei einem Spaziergang zum Meer musste ich dort nämlich mal kurzfristig einkehren, um die Toilette aufzusuchen. Alles, was in dem Krimi passierte, geschah in meiner Phantasie in diesem Hotel.





Kältezone, Arnaldur Indridason
Nachdem sich bei einem Erdbeben in einem See südlich von Reykjavík der Wasserspiegel gesengt hat, wird dort ein menschlisches Skelett gefunden, das an ein russisches Sendegerät angekett ist.... Leider hatten wir kein Auto, sonst wären wir mal rausgefahren und hätten uns den See vor Ort angesehen.




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