Golden Circle Tour bei Schnee und Eis

Die Golden Circle Tour ist der Klassiker unter den isländischen Sightseeing Programmen. Ab Reykjavik starten täglich mehrere Busse zu den Geysiren, dem berühmten Gullfoss und Thingvellier.


Als wir in Reykjavik losfuhren, schien es nicht ganz sicher, ob wir überhaupt wegkommen. Es hatte wieder geschneit und der Bus hatte schon bei der ersten Anhöhe Mühe, die Straße hochzukommen.

Hat er aber geschafft. Die Straßen waren mit einer dicken Schneedecke überzogen und wirkten ziemlich glatt. Zudem hatte der Busbegleiter, der uns während der Fahrt gefühlte 32 Mal darüber informierte, dass es auf Island gar nicht so kalt ist, wie allgemein angenommen wird (nein, wir konnten uns davon überzeugen, dass es noch kälter ist, als wir angenommen hatten), also der Typ hatte eine ziemliche Schnapsnase und -Fahne und wir haben gebetet, dass sein Kollege am Steuer, dem Alkohol weniger zugetan und nüchtern ist. Irgendwie fährt man bei einem solchen Wetter lieber mit unalkoholisierten Leuten.


Ich fand es auf alle Fälle sehr beruhigend, dass wir mit mehreren Bussen in Kolonne fuhren. Das bedeutete zwar, dass nicht nur 30 sondern gleich über 100 Touristen aus den Bussen stürzten, wenn irgendwo Stopp gemacht wurde. Aber wären wir im Graben gelandet, wäre die Hilfe nicht so weit weg gewesen - so wir den Graben überlebt hätten...

Weil wir Landkartentechnisch wirklich völlig verpeilt waren und überhaupt keinen geographischen Überblick hatten (wir wussten praktisch nur, dass es Vulkane und Geysire gibt), hatten wir nicht den Hauch einer Ahnung, wo wir da überhaupt rumgekurvt sind. Das haben wir erst zu Hause in Erfahrung gebracht.

Erster Stop bei unserer Fahrt ins Blaue - die im Stockdunkeln startete - war ein Kraftwerk. Wie das Kraftwerk heißt, wo es genau liegt, hab ich bis heute nicht herausgefunden. Und wie es funktioniert hat sich mir auch nicht erschlossen. Ich hab lieber ein bisschen rumgeknipst, als mich mit der Technik zu beschäftigen.



Nach dem Kraftwerk dann das Erlebnis heißer Geysir bei klirrender Kälte. Gott war das windig und eisigkalt. Bei dem Versuch, den Geysirausbruch bestmöglich zu fotografieren, sind mir fast die Finger abgefroren. Hat sich aber gelohnt. So ein Geysir ist schon was feines.













Anschließend ging es weiter zum Gullfoss. Ich kann nur sagen, so einen Wasserfall muss man gesehen, gehört und gefühlt haben. Bei der eisigen Kälte fühlt man ihn mindestens doppelt so intensiv.




Ich fand die Leute, die da vorne auf den Felsen rumgeturnt sind, ja völlig irre. Mittlerweile wird der Weg wohl im Winter gesperrt, aber als wir da waren, war er noch geöffnet.



Aber ich hatte trotz geöffnetem Weg kein Interesse, da auf dem Eis rumzurutschen.











Nachdem wir schon dreimal aus dem warmen Bus in die eisige Kälte gejagt worden waren, hielt sich die Begeisterung beim vierten Stop, auf den Pingvellir Felsen ziemlich in Grenzen. Wir haben fürchterlich geforen und unseren Busbegleiter fanden wir inzwischen so nervig, dass wir ihm gar nicht mehr zugehört haben. Schande über uns. Dabei ist es wirklich ein sehr interessanter und schöner Ort.



Zum einen liegt hier die Grabenbruchzone zwischen Europa und Nordamerika. Zum anderen wurden hier die frühen isländischen "Parlamentssitzungen", ausgetragen. Die Basaltwände der Abbruchkante reflektieren den Schall so gut, dass der Sprecher, wenn er oben auf dem Felsen stand, von vielen hundert Menschen gehört wurde.







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