Heimablídni auf den Färöer-Inseln

Wenn man kein ausgesprochen extrovertierter Mensch ist, der innerhalb kürzester Zeit Freundschaften schließt, bekommt man als Reisender ja nur selten Einblick in die Lebensgewohnheiten und Kochtöpfe der Landesbewohner. Weil aber gerade das besonders spannend ist, gibt es auf den Färöer Inseln die Möglichkeit, an einem Heimablídni teilzunehmen.


Dabei handelt es sich um eine organisierte Einladung in das Wohnhaus von Insulanern. Hier wird im kleinen privaten Kreis mit den Gastgebern gegessen, die für ihre Gäste typische Färöer-Gerichte nach Familienrezepten kochen. Dazu gibt es Geschichten aus dem Leben der Gastgeber und die Möglichkeit, all die brennenden Fragen über das Leben im Nordatlantik loszuwerden, die einem schon lange unter den Nägeln brennen.

Von einer ähnlichen Geschichte hatte ich schon mal in Finnland gelesen, da scheinen solche privaten Abendessen (oder Mittagessen oder Kaffeetrinken) bereits sehr populär zu sein. Kann ich verstehen, es ist halt was anderes, Einheimische privat in ihrem Heim zu besuchen, als ein bisschen mit Mitarbeitern in Restaurants oder Geschäften zu plaudern... Die Heimablídni finden auf den ganzen Inseln statt und sind für kleine Gruppen buchbar. In Tórshavn laden z.B. Onnu und Óla (siehe Foto) zu einem 5-gängigen Menu ein, mit Lamm von der eigenen Farm als Hauptgericht.




Wem so ein Heimablídni zu "hausgekocht" oder zu intim ist, der ist im Koks an der richtig gehobenen Adresse. Das Restaurant wurde kürzlich mit dem "Nordic Prize" ausgezeichnet und konnte sich gegen Sterne-Restaurants aus Oslo, Stockholm, Kopenhagen und Helsinki durchsetzen.

Fisch ist auf den Färöer Inseln natürlich das Lebensmittel schlechthin und steht neben Schaf ganz oben auf dem Speiseplan. Fisch "Spezial" gibt es im Etika, dem ersten und einzigen färöischen Sushi Restaurant. Der Fisch kommt praktisch direkt aus dem Nordatlantik auf den Teller.

Eine weitere Fischadresse ist das Barbara Fish House, das 2014 in einem der ältesten Häuser der Altstadt von Tórshavn eröffnet wurde. In cooler relaxter Atmosphäre teilt und mischt man nach Tapas-Manier die Speisen, die in mehreren Gängen in kleinen Schüsseln und Schalen auf den Tisch kommen. Die Suppe wird dabei aus einer großen Teekanne in die Schale gefüllt. It's Soup-Time...


Und ein Tipp für Leute, die an einem Tag möglichst viele verschiedene Fische probieren wollen: Im Restaurant des Hotel Hafnia wird im Sommer ein bis zweimal pro Woche ein großes Seafood-Buffet aufgebaut.

Ich wünschte, ich hätte mehr Urlaub, um überall dorthin zu fahren, wohin es mich so zieht. Zum Beispiel auf die Färöer-Inseln...



Kommentare  

#1 Manfred 2015-07-14 10:25
Im November fahre ich mal wieder hoch, da gibt es ein Angebot....
Wird bestimmt ein kleines Abenteuer...