Die Sonne über Holmsland Klit

Sturm und Wetter und wenig Tageslicht zum Trotz, haben wir uns jeden Tag vor die Tür gewagt und immerhin auch zwei kleine Ausflüge auf Holmsland Klit unternommen.




Einmal sind wir ans Südende gefahren und einmal ans Nordende – unser Ferienhaus war genau in der Mitte. Weiter sind wir nicht gekommen.

Der Süden von Holmsland Klit ist nicht so dicht mit Ferienhäusern besiedelt wie die Mitte. Ein Teil des Gebietes wird auch für Militärübungen genutzt.



In der Nebensaison soll es schon mal ordentlich rumsen. Weil’s mich interessiert hat, hab ich auf der Internetseite der dänischen Streitkräfte geschaut, wann denn mit Rumserei zu rechnen ist. Das erfährt man in dänisch, englisch und deutsch. Also mehr oder weniger in deutsch. Am spannendsten klingt das folgende Manöver: "Scheissen mit Krieg und Ûbungsmunition ûberall im Gelânde mit leichten Waffen." Ich hab den Jungs eine E-Mail geschickt, dass hier der Austausch zweier Buchstaben zu empfehlen wäre. Sie haben sich weder für meine E-Mail bedankt, noch die Buchstaben ausgetauscht. Tja, dann bin ich’s auch nicht schuld.

Von frühen deutschen "Besuchern" auf Holmsland-Klit sprechen die diversen Bunkerbauten in den Dünen.



Am anderen Ende von Holmsland Klit liegt der kleine Badeort Søndervig mit Dänemarks bestem Badestrand. Ist zumindest auf einer Urkunde zu lesen.



Wir haben den Badestrand nicht näher getestet und sind auch nicht bis zum Vinterbadefestival geblieben. Sonst hätten wir uns natürlich am 31. Dezember mit hunderten Verrückter in die Fluten gestürzt. *hüstel* Das Wasser hatte frische 4 Grad, aber es gab anschließend einen kleinen Schnaps. Der hat bestimmt schnell wieder aufgewärmt.




Dänisches Konditor Gebäck hat ja einen sehr guten Ruf. Also rein zum nächsten Bäcker. Die Baiser-Kloppse (nächstes Bild) sahen interessant aus, kamen aber nicht so richtig gut an. Keine Ahnung, was da für eine violette Geschmackszutat drin ist - Blaubeer, Holunder, schwarze Johannisbeere, Veilchen? Nach dem ersten Knirschen blieb die Masse an den Zähnen haften und hinterließ einen leicht bitteren Nachgeschmack. So blieb das meiste von dem Klopps liegen, bis er (vermutlich) durch meine Mutter entsorgt wurde.




Als zweite kulinarische Herausforderung hab ich meinen Eltern Makrelensalat vorgesetzt. Kam auch nicht so gut an. Meins war es auch nicht, allerdings kann ich Makrelen generell nicht ausstehen, aber ich wollte es zumindest probiert haben.



Das muss ich auch noch zeigen, das technische Highlight in unserem Ferienhaus. Ein Freihand-Wendetoaster



Ob nun Søndervig den schönsten Badestrand hat, oder nicht, es war eigentlich überall schön auf Holmsland Klit. Am letzten Tag konnten wir auch endlich einen richtig langen sonnigen Spaziergang am Strand machen. Winter am Meer kann großartig sein.

Vorsichtiges Schlittschulaufen im Hafengelände



Ein Eisbrecher hält das (Trink)Wasser offen



Kein Sturm, kein Regen, knackig kalt mit Sonnenschein von oben



Geheime Botschafen im Sand...



Hier hat sich der Weg zweier Möwen gekreuzt.



Rossi nach gefühlten 20 km Balljagd.



Der Kanal zwischen Nordsee und Ringkøbingfjord (die einzige Einfahrt in den Fjord) ist nur schmal.





Im Hafen von Hvide Sande (Nordsee-Seite)



Das spiegelnde Wasser belegt die Windstille nach dem tagelangen Sturm.





Im Hafen auf der Fjord-Seite



Am Ufer des Ringkøbingfjord in Hvide Sande werden auch Übernachtungen in Bootshäusern, direkt an der Wasserkante oder auf Hausbooten angeboten.







Nach zwei Tagen unter Null bildete sich auf dem Fjord bereits eine dünne Eisdecke.





Die Nachbarn haben einen Schneemann zusammengekratzt.



In der nächsten Ferienhaussiedlung weiter südlich, war der Dünengürtel um einiges breiter als bei uns, aber dafür nicht so steil und unüberwindbar.



Bei der alten Frau an den Dünen musste ich wieder an Theodor Storm und seine Novellen denken. Sie könnte eine seiner tragischen Figuren sein.



Weil's so schön war, haben wir auf den Sonnenuntergang gewartet. Korrekterweise müsste ich in Einzahl schreiben. Also ich hab gewartet. Rossi war damit beschäftigt irgendwelches Strandgut auszugraben, die Sonne war ihm wurscht.







Das wars von der Nordsee. Schade, war schön :-)