Der Tag der Rentiere

Wir sind in Lappland. Und was gibt es da? Richtig: Rentiere noch und nöcher. Im Gegensatz zu den isländischen Schafen sind sie sogar einigermaßen zutraulich und  lassen sich bereitwillig fotografieren

Ein bisschen ist Lappland wie der New Forrest Park in England in riesig. Den (hinkenden) Vergleich hole ich für Ulrike, Martina, Jürgen, Thomas und Mone hervor - remember last Summer ;-) Nur rennen hier keine Pferde und Esel herum, sondern putzige Rentiere. Und das Mückenaufkommen ist etwas größer. ;-)) 

Gestern hatte ich mal einen relativ mückenarmen Tag, welch Erholung! Da hab ich mich gar nicht groß aufgeregt, dass ich Abends wieder hopplahop ins Bett bzw. Auto springen und anschließend 20 Minuten lang Mücken erschlagen musste. Wir haben direkt an der Grenze zu Lappland übernachtet. Und damit war die Gegend gleich noch ein bisschen feuchter als die vorherigen Tage. Feucht im Sinne von moorig.

Weil es dann auch noch regnete, hab ich mich nicht getraut, einen Forstweg reinzufahren. Wer weiß, ob ich da wieder rausgekommen wäre. Also hab ich mich einfach nur auf einen Parkplatz links der Straße gestellt. Bis 5 Uhr hab ich geschlafen, danach musste ich mal "raus" und weil mir da zu viele Mücken waren, bin ich einen Parkplatz weiter gefahren. Da war es perfekt, um weiter zuschlafen.

1. direkt am See, 2. kaum Mücken 3. Zwei Rentier-Mütter mit je einem Jungen hatten sich dort zum Schlafen hingelegt.



Als wir kamen, machten sie ein bisschen Platz und rückten beiseite. Ich hab mich nur schnell ins Auto gehaun und die Nacht in Gesellschaft der Rentiere fortgesetzt. Rossi hat zwischendurch mal geknurrt, als eine Mami ums Auto spazierte. War lustig. Schauste aus dem Fenster und ein Rentier schaut rein. 





Gegen 7 sind wir dann endgültig aufgestanden und weiter gefahren. Die Rentiere hatten wieder ihre Ruhe. Ich hatte die gute Idee, dass es auf den gelben Nebenstraßen bestimmt interessanter und weniger befahren ist, als auf den roten Straßen mit E-Nummer.

So begann die Weiterfahrt mit einer 50 km langen Strecke auf einer Lehmstraße. Glücklicherweise war sie nicht so ausgefahren und voller Schlaglöcher, wie die Gravel Roads in Island. War also nicht so schlimm. Nur mein Auto sieht aus...









Endlich kann ich auch meinen ersten Elch (in diesem Sommer) vermelden. Leider war er schnell wieder im Wald verschwunden, bevor ich die Kamera gezückt hatte. Ich hätte nur ein Bild "Elch von hinten" knipsen können. Und sowas braucht die Welt ja nicht. Außerdem hatte ich noch genug Rentiere...

Links oder rechts ?




Schau mir in die Augen Kleines!



Bussi!



Mist Mücken!



HUCH?



Auf sehr große Entfernungen sieht man kaum ein Haus, der nächste Supermarkt ist endlos weit weg. Auf einen Burgershop, der mir kostenloses WIFI spendiert hätte, war auch nicht mehr zu hoffen. Aber ich war trotzdem nicht ab von der Welt. In Sodankylä war die Gemeinde so nett, Bewohner und Touristen mit WIFI zu versorgen. Wenn man denkt, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein WIFI her - ha ha.

Wir waren inzwischen nördlich vom Polarkreis. Unter Freizeitmöglichkeiten wird in der Tourismusbroschüre auch schwimmen in den schönen Seen aufgeführt. Da es immer wieder regnete und die Sonne nicht so richtig rauskommen wollte, hatte ich dazu keine Lust.

In Kemijäri wollte ich mir deshalb im Touristbüro eine Broschüre holen, was man hier in der Gegend sonst so anschaun kann. Ich dachte da an Hot Spots auf dem Weg nach Norden, so wie gestern die "Silent People". Die total liebe Mitarbeiterin zählte mir erstmal die ganzen Highlights von Kemijäri auf: eine Kirche, eine Holzfigurenausstellung, in die man kostenlos reinkommt, wenn man vorher die Nationalausstellung besucht, das Motorschlitten Museum und die Bibliothek ist auch recht interessant. Das Hallenbad hatte leider zu - Sommerpause ;-))

War jetzt alles nichts, wozu Rossi Lust hatte, also sind wir weiter in den Nationalpark gefahren und im Skigebiet von Pyhä gelandet. Wirklich hoch sind die Berge hier nicht. Der höchste ist etwas über 500 Meter. Aber ein bisschen landschaftliche Abwechslung war auch mal schön.



Kommentare  

#1 martinas 2015-07-21 19:50
Die Rentiere sind reizend mit ihren großen Füßen, dünnen Beinen und samtigen Schnauzen.
New Forrest ist so pferdereich wie im letzten Jahr.