Norwegen ist schönerer...

... das war mein erster Gedanke, als ich die finnisch-norwegische Grenze bei Näätämö / Neiden hinter mir gelassen hatte: mehr Berge, mehr Action, mehr Abwechslung und WENIGER Mücken! Aber Norwegen ist eh extrem schön, da braucht man nicht viel reden!

Gerade war ich noch in finnisch Lappland, Sumpf, Seen und viel Wald. Unmittelbar hinter der Grenze wurde es felsig und bergig, der erste Wasserfall. Als hätte man ein anderes Zimmer betreten, hatte sich die Landschaft innerhalb weniger Kilometer komplett verändert.





Ich schwöre, mein Herz schlug viel schneller als in Finnisch Lappland. Aufregung, Adrenalin, so viele Bilder, Farbexplosionen und immerzu der Gedanke: Wie kann es nur so etwas schönes geben? Auch mein Reiserhythmus änderte sich auf einen Schlag, so viele Fotostopps....



Dass ich überhaupt hier oben, ganz im Nordosten von Norwegen gelandet war, entsprang der Spontanidee "fahr doch mal nach Kirkenes". Da war ich nun. Nur 10 km von der russischen Grenze entfernt. Nachdem, was ich von Kirkenes wusste (Erzabbau, im 2. Weltkrieg von Deutschen besetzt, von den Russen total zerschossen und schließlich von den abziehenden Deutschen fast komplett abgefackelt), hatte ich das Bild von einer grauen erzstaubigen Stadt. So hat man halt seine Bilder und es ist gut, wenn man mal hinfährt und sie revidiert.

Der Erzabbau ist natürlich sichtbar und prägt die Stadt bis heute.



Aber Kirkenes ist viel größer als ich dachte, mit einem hübschen offenen Stadtkern und netten kleinen Geschäften - abgesehen von den typischen Supermärkten.





Im Hafen lagen einige russische Fischereischiffe. Der Haupterwerb von Kirkenes ist der Fischfang.







Damit sich die russischen Nachbarn in Kirkenes problemlos zurecht finden, wird vieles zweisprachig kommuniziert.



Das "schockierendste" in Kirkenes war für mich die Abschaffung der Vorfahrtsschilder und die Rückbesinnung auf "Rechts vor Links". Auch in Hammerfest und Alta hieß es meistens "Rechts vor Links".

Wenn man's weiß, kann man sich ja drauf einstellen. Aber beim ersten Mal wähnte ich mich auf der Hauptstraße und machte mir wenig Gedanken über die Autos von rechts. Bis das erste, mir die "Vorfahrt nahm" und direkt vor mir einscherte. Da hab ich's geschnallt. Am besten gefällt mir, wenn sich mehr als zwei Autos an einer Kreuzung treffen und die Fahrer erstmal rundum überlegen, wer denn nun der Rechte vor dem Linken ist...

Gut, dass ich das Schild vorher gelesen hatte...

Einmal nach Kirkenes fahren und wieder zurück, war ein Umweg von etwa 80 km. Der hat sich aber gelohnt. Denn die Gegend da oben ist großartig. 


 










Etwas zusammengequetscht... Hier oben soll übrigens Europa entstanden sein - bzw. Norwegens Nordosten ist der älteste Teil von Europa.



Unser herrlicher mückenfreier Schlafplatz für die erste Nacht.







 







Es war so richtig schön, in Norwegen angekommen zu sein :-)