Nissum Bredning - im Auge des Orkans

Kaum fahr ich mal nach Dänemark, da müssen die Dänen natürlich Sturm machen. Aber richtig! Am zweiten Tag am Nissum Bredning packte das Wetter noch ein paar Windstärken drauf und aus dem Sturm vom Vortag wurde ein orkanartiger Sturm mit Windstärke 11.

Trotz mehr Sturm, war aber immerhin eines besser als am Vortag: Es gab mehr Licht! Deshalb Kamera geschnürrt, Hund zur Autofahrt überredet und ab ans Meer. Genauer gesagt nach Thyborøn, einem total abgelegenen Ort auf der Harboøre Landzunge längs des Nissum Bredning.
 
Auf dem Weg dahin stand einiges unter Wasser...



Theoretisch kommt man von Thyborøn aus mit der Fähre zur gegenüber liegenden Agger Landzunge. Praktisch hatte die Fähre jedoch den Betrieb eingestellt. Ob für immer oder wegen den Windstärken - keine Ahnung. Aber ich wär eh nicht bei dem Wetter auf eine Fähre gefahren!



In Thyborøn gibt es einiges, das man sich ansehen kann: Ein Meeresaquarium, ein Haus, das komplett mit Muscheln verkleidet ist und ein Seekriegsmuseum. In dem tobenden Sturm konnte ich Rossi aber nicht im Auto sitzen und durchrütteln lassen, um ein bisschen Fische im Aquarium zu kucken.



Also haben wir uns eine Minirunde durch Thyborøn gekämpft. Mit dem Wind ging es ja noch. Aber gegen den Wind... Ich war ohne Ende froh, als wir, ohne davon geflogen zu sein, wieder im Auto saßen. Sogar Rossi musste nicht lange zum Einsteigen überredet werden!



Aber das Licht war super!



Und weil das Licht so toll war, bin ich doch noch mal ausgestiegen und ohne Rossi an den Strand gegangen. Der Wind war zu heftig für Kinder und kleine Hunde...



Wie man sieht, war ich nicht die einzige Verrückte, die sich da durch den Wind gekämpft hat...





Was nimmt man nicht alles auf sich, um ein paar gute Fotos zu schießen...





Wie gesagt, das Licht war besser als am Tag davor...













Und was man dem letzten Foto nicht ansieht, bevor die Welle wieder abfloß, war sie so hoch, dass sie mich bis zu den Oberschenkeln erreichte. Hurra, ein Bad im Winter!

Es war gar nicht mal so schlimm kalt. Aber verdammt nass! Und meine Schuhe dürften nach dem Vollbad voll im Eimer sein...



Nachdem ich so schön "gebadet" hatte, fand ich es an der rechten Zeit, nach Hause zu fahren, und was Trockenes anzuziehen. Weiteres Sightseeing und das geplante Shopping fiel deshalb aus.

Ich möchte anmerken, dass die blöden Lüftungsdinger im Dokker total Kacke sind. Man kann sich damit ganz toll den Ellbogen und die Schulter aufwärmen, aber man kann sie nicht so ausrichten, dass sie die Oberschenkel erreichen!



War dann glaub ich ganz gut, dass ich den Sturmausflug abgebrochen hab. Kaum zurück, kam ein hübscher Schneeschauer runter. Bei plus 8 Grad! Und der Wind wurde noch heftiger.



Es rüttelt und rattelt am Haus und ich hoffe inständig, die Dänen bauen ihre Ferienhäuser so solide, dass sie nicht im Sturm davon fliegen. Der Wind drückt so heftig gegen eine der großen Fensterfronten, dass sich die Scheibe vor und zurückbiegt. Ich hab das Rolo runtergelassen, damit ich mir das nicht mehr ansehen muss und damit mir im Falle ihres Zerberstens die Scherben nicht ungebremst um die Ohren fliegen.

Morgen soll aus dem orkanatigen Sturm wieder ein Sturm werden, der im Laufes des Tages weiter abklingt!

Kommentare  

#1 Britta 2016-12-27 08:36
Hallo Dagmar,
da hast du wieder ganz tolle Bilder geschossen. Hätte nicht gedacht, dass ich Naturfotos in beige/braun so spannend finden könnte ... Romantisch-wild kommen sie daher und drücken irgendwie so eine Schwermut aus. Ganz tolle Fotos und dein Bericht war wieder große klasse.
Ich hoffe, du warst in deinem Ferienhaus nicht zu einsam und Rossi und die laute Musik konnten einiges auffangen. Hier in Hamburg hatten wir die Tage um Weihnachten herum auch Sturm und letzte Nacht dann einen Orkan. Es rüttelte und pfiff an unseren Fensterscheiben und dem Balkon.
Komm gesund nach Hause, ich wünsche dir und Rossi ein gesundes neues Jahr.
Liebe Grüße von Britta