Die Seeschlacht von Skagerrak

Die Schlacht von Skagerrak war mit 250 beteiligten Schiffen die größte Seeschlacht im ersten Weltkrieg. Stattgefunden hat sie vom 31. Mai bis 1. Juni 1916 vor der Küste von Jütland. Die Beteiligten waren die Deutsche Hochseeflotte und die Britische Grand Fleet.


2015, kurz vor dem 100. Jahrestag wurde in Thyborøn in Westjütland ein Seekriegsmuseum eröffnet, das an die Schlacht und die 8.545 Männer erinnert, die dabei ums Leben kamen. Das Museum, das mit finanzieller Unterstützung der Briten und Deutschen gebaut wurde, hat nach Ansicht der Dänen in Thyborøn seinen optimalen Standort, weil hier die Geschichte auf "neutralem Boden" erzählt werden kann. Allerdings ist der Standort des Museums so weit abgelegen, dass er vielleicht doch nicht so ganz optimal gewählt ist.



Wie man im Tourismusmagazin lesen kann, geht es bei dem Seekriegsmuseum vor allem um die menschlichen Schicksale. Sehr betroffen gemacht hat mich z.B. die Geschichte von den deutschen Marinesoldaten, die in einem kleinen Rettungsboot auf dem Meer trieben und von einem britischen Fischerboot nicht an Bord genommen wurden, weil sie in der Überzahl waren. Sie haben in ihren letzten Stunden Briefe an ihre Familien geschrieben und sie als Flaschenpost ins Meer geworfen. Einige dieser Briefe wurden gefunden und werden in dem Seekriegsmuseum ausgestellt.

Diese Geschichte soll das Leid der umgekommenen Männer keinesfalls einseitig darstellen. Obwohl die britische Flotte stärker war, hatte sie die größeren Verluste zu beklagen. In der Schlacht starben 6.094 britische und 2.551 deutsche Seeleute. Dazu gab es auf beiden Seiten mehrere hundert Verletzte.

An meinem letzten Urlaubstag wollte ich das Museum besuchen. Wurde aber nichts draus. Weil: Das Eintrittsticket muss man sich an einem Automaten ziehen. Obwohl es im Foyer einen Empfang gibt, der von einem Mitarbeiter besetzt ist. Noch dümmer wird's dadurch, dass man den Automaten nur mit seiner EC-Karte füttern kann. Kein Bargeld. Ich hatte das ganze Portemonnaie voll dänischer Kronen, die ich loswerden wollte. Den Eintritt vom Konto abbuchen lassen und dafür auch noch extra Bearbeitungsgebühren bezahlen, hab ich nicht eingesehen.

Als ich die Mitarbeiterin am Empfang fragte, ob ich auch cash zahlen kann, hat sie verneint und das Problem war für sie gelöst. Für mich auch. Ich bin wieder gegangen. Jetzt mal ehrlich, wer denkt sich so einen Unsinn aus? Wissen die britischen und deutschen Geldgeber, dass man ohne EC-Karte nicht reinkommt?

2016 zum 100. Jahrestag wurde außerdem auf dem Gelände zwischen dem Museum und den Dünen ein weitläufiges Kriegsdenkmal installiert. Für alle 25 untergegangen Schiffe gibt es einen großen Granit-Gedenkstein. Die Steine sind genauso angeordnet, wie die Schiffe bei ihrem Untergang. Auf dem Stein ist der Name des Schiffes eingraviert und wie viele Männer mit dem Schiff gesunken sind.



Laut Tourismusblatt war geplant, für jeden verunglückten Seemann eine Skulptur neben dem Stein aufzustellen. Insgesamt waren die Kosten für die Gedenkstätte (finanzielle Unterstützung durch die Briten und Deutschen) mit 3,5 Millionen Euro veranschlagt. Ob die fehlenden Skulpturen noch aufgestellt werden, oder ob die Kosten zu hoch waren, hab ich nicht herausgefunden. Jedenfalls steht jetzt nicht für jeden Verunglückten, sondern nur für jeden 100.sten eine Skulptur neben dem großen Granit. Das reicht aber auch, um den Besuchern die Grausamkeit von Kriegen mehr als deutlich vor Augen zu führen.

Ein wirklich trauriger Ort...



HSM Invincible 1926 Tote



SMS Wiesbaden 589 Tote



HMS Defence 903 Tote



HMS Indefatigable 1017 Tote



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