How to become a Tomb-Slider

Tomb of the Eagles - ist eine Grabstätte aus der Jungsteinzeit, die 1952 auf der Orkney Insel South Ronaldsay von dem Farmer Ronald Simison entdeck wurde. Er stieß an der Kante eines grasüberwachsenen Hügel an eine Mauer und grub dann ein paar Äxte und andere steinzeitliche Relikte sowie einen Schädel aus. Aufregend, oder?





Tja, dann passierte 20 Jahre gar nichts. Sein Fund wurde zwar als archäologisch bedeutsam eingestuft , aber es gab kein Geld für Grabungen. Als all die Jahre nichts passierte, dachte sich Simison: ok - do it your self! Er schaute bei anderen Grabungen auf Orkney zu und eignete sich mit seiner Frau Morgan autodidakktisch das erforderliche Wissen an, um die Grabungen selber vorzunehmen. Soweit ich darüber Infos gefunden hab, hat er das sehr gut gemacht. Neben menschlichen Überresten und Gebrauchsgegenständen wurden auch Adlerkrallen gefunden - deshalb Tomb of the Eagle.


Joe und Morgan Simison sind inzwischen leider verstorben, ich glaub seine Tochter hat den weiteren Betrieb übernommen. Wenn man vom Parkplatz in das Besucherzentrum kommt, ist es ein bisschen, als wäre man zu Besuch bei guten Freunden. Man wird super freundlich empfangen und gleich gefragt, ob man schon mal hier war. Wenn nicht, gibt es eine Einweisung, was es alles zu sehen gibt und wie man zum Grab kommt.




In mehreren Ausstellungsräumen kann man sich ansehen, was die Simisons alles in dem Grab gefunden haben. Außerdem gibt es ein kleines Cafe und einen Souveniershop. Was ich total klasse finde: Hinter dem Ganzen steht ein kleiner Familienbetrieb! Keine staatliche Institution, keine Denkmalbehörde, National Trust oder irgendeine steinreiche Nase. Tomb of the Eagles verdanken wir zwei einfachen Bauern, die ihre Entdeckung anderen zugänglich machen wollten und daraufhin ihr ganzes Leben umgestellt haben. Hier herrscht eine Begeisterung, die einfach ansteckend ist.




Ab zum Grab... Dahin gelangt man zu Fuß auf zwei verschiedenen Wegen, Dauer etwa 20 Minuten.



Ich hab den Weg längs der Klippen gewählt, weil mir ein Fotografen-Pärchen erzählt hatte, dass es hier Seehunde gibt. Es waren natürlich keine da, als vorbei kam, aber das machte nichts.



Angekommen! Das Dach ist durch eine Betondecke gesichert, sodass man auch drüberlaufen kann, ohne einzubrechen. Außerdem sind in die Decke Glasplatten eingebaut. So kann man auch ohne Taschenlampe ins Grab schaun. Wem das zu wenig ist, der muss halt rein! Dazu steht ein kleiner Rollwagen bereit und oberhalb des etwa 3 meter langen Eingangs ist ein Seil gespannt, an dem man sich in die Grabkammer ziehen kann.



Ja, ich bin da rein! Ich bin ein Tomb-Slider!!!




Erst bin ich ohne Kamera reingerutscht, dann noch mal raus und die Kamera geholt. Die Fotos sind nicht die besten, weil ich ohne Stativ, auf dem Rollbrett liegend fotografiert hab. Man kann auch richtig in die Kammer reingehen. Aber ich wollte da nicht so viel rumkriechen, weil ich eine saubere Hose an hatte und die sollte für die abendliche Fähre nach Shettland einigemaßen sauber bleiben.



Damit man keine schmutzigen Knie bekommt, gibt es Knieschützer zum Umbinden. Darauf hab ich natürlich verzichtet, dementsprechend sahen meine Knie dann auch aus




Das Dach



Ich dachte, das ist so ne langweilige Grabkammer-Sache, aber es war total mitreißend. Ich (Geschichtsbanause) war begeistert!





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Kommentare  

#2 Dagmar* 2015-01-27 22:57
Auf die Idee, dass es Rollbrett-Verwe igerer geben könnte, bin ich gar nicht gekommen. Ja, die Knieschoner sind wohl für die "Reinkriecher" gedacht, aber da es ziemlich nass und matschig war, wäre meine Hose mit Knieschonern bestimmt ein bisschen sauberer geblieben :)
#1 Reisebig 2015-01-22 11:43
Mit hatte man erklärt, die Knieschützer wären für die Leute die kein Rollbrett fahren wollen sondern auf Knien reinkriechen.