Ganz hinten im Nordatlantik: Shetland

Es ist nicht ganz einfach hinzukommen, nicht mit dem Flugzeug und mit dem Auto schon gar nicht. Aber ich hab es geschafft! Von Kirkwall (Orkney) aus habe ich die Shetland Inseln ganz hinten im Nordatlanik erreicht. 




Die Überfahrt nach Shetland war ruhig - da hab ich schon ganz andere Geschichten gehört - und ich hab sie größtenteils verpennt - eigentlich komplett. Ich war nur zwischendurch mehrfach wach, weil der komische Schlafstuhl nicht schlecht, aber für die Füße irgendwie zu kurz war. Jedenfalls war ich ziemlich groggy als wir um halb 8 von der Fähre runter konnten und auf Shetland angekommen waren. Die Einreise war unkompliziert, keine besonderen Vorkommnisse.

Ich hätte für die Überfahrt gerne eine Kabine genommen, um mal wieder in einem "richtigen" Bett zu schlafen. Aber das war dermaßen teuer, dass ich drauf verzichtet hab. Alternativ gibt es auf der Fähre noch Schlafsessel, die nichts kosten und etwas luxeriösere Schlafsessel, die breiter, tiefer und vom Nebenmann durch Wände abgeschirmt sind. So ne Art Fernsehsessel mit ausklappbarer Fußstütze. So einen Sessel hab ich mir statt der Kabine aufschwätzen lassen. Kostete glaub ich 18 Euro. Ich hätte mich aber auch genauso gut auf den Sofas in der Lounge schlafenlegen können, die waren zwar recht kurz, aber sonst sehr bequem.

Die Luxus-Sessel waren in einem separatem Saal aufgestellt, in den man nur mit Karte kam. Da ich praktisch eine Zugestiegene war, (die Fähre geht ja von Aberdeen nach Shettland mit einem kurzen Stopp in Kirkwall) und einige Mitschläfer schon schliefen, leuchtete er mir ein Steward den Weg zu meinem reservierten Sessel. Kissen und Decke waren im Preis inbegriffen. 

Was ich sehr unangenehm fand, war der Airfresher. Um den Mief im Raum zu bekämpfen wurde alle 15 Minuten ein Stoß Raum-Parfüm in den Raum gepustet. Als Duftstoffallergikerin wäre mir der Mief lieber gewesen. Aber zum Glück kam ich mit dem Duft halbwegs klar, ohne Niesattacken oder Erstickungsanfälle.

Nach der Ankunft war es mein Plan, gleich zum ausgewählten Campingplatz fahren und weiterzuschlafen. Daraus wurde allerdings nichts, weil ich in den Süden statt Norden fuhr. Also noch mal komplett zurück. Super! So hab ich zumindest schon mal den Fluplatz gesehen. Der war insoweit interessant, als die Straße quer über die Rollbahn führt. Wenn ein Flugzeug hoch geht oder runter kommt, gehen die Schranken runter und man muss warten, bis der Flieger oben ist.



Die Suche nach dem Campingplatz (Eshaness Braewick Cafe) war indess nicht so einfach. Die Adresse war irgendwie unbrauchbar. Der Ort war nicht da, wo ich ihn anhand seines Namens und der Landkarte vermutet hatte. Alle Leute, denen ich die Adresse zeigte, konnten auch nicht viel damit anfangen. Eine wusste dann immerhin, dass es auf der Eshaness Halbinsel sein muss. Ganz im Norden von Shetlands Hauptinsel.

Also komplett zurück nach Lerwick und dann gen Norden. Nachfolgend ein paar erste Impressionen von Shetland.



Torfabbau



Hier wohn ich!



Rudi, der schönste Bock all over Shetland




Auch ein Hübscher!



Shetland ist wie Westray eine einzige große Farm



Die Schafe sind teilweise echt winzig, kaum größer als ein orderlicher Feldhasenbraten. Das Schaf schlüpfte unter der Leitplanke durch, ohne dass es sich dabei bücken musste!



Die süßen kleinen Ponys gibt es natürlich auch. Ich glaub, ich nehm mir zwei mit, die würden problemlos ins Auto passen.






Ich hab mal in der Schule gelernt, dass die Mehrzahl von Man Men ist. Mens?



Fischzucht



Shetland ist voller kleiner Mümmelmänner



Auch sehr gut getarnt - gleich neben dem Karnickel

 

 

Diese Begegnung erhoffe ich mir noch...


Nachdem ich fast vier Stunden unterwegs war und wieder anhielt, um einen Farmer nach dem Weg zu fragen, bekam ich zu hören: "Just the next right and upon the mountain". Meine Antwort war ein glückliches "So simple?" Ich hab ihn gefunden!!!


Der Campingplatz auf der Eshaness Halbinsel ist in der Hauptsache ein Ausflugs-Cafe/Restaurant mit warmer Küche und Kuchen. Es gibt ein paar Parkplätze und zwei Blockhäuschen. Nach fast zwei Wochen im Auto war es mein größter Wunsch endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen, aber die Häuschen waren leider schon vermietet.



Ich musste für die Übernachtung nur 2,50 Pfund bezahlen. Das Mädel meinte, wenn ich im Auto schlafe, wäre das ja nur Parken und kein Campen und Parken ist frei. Die 2,50 hab ich für Dusche/Klo bezahlt. Nett, oder?

Dafür hab ich mir in dem Restaurant erstmal eine richtige warme Mahlzeit geleistet und stundenlang die Gelegenheit genutzt, mit dem Laptop an einem richtigen Tisch sitzen zu können. Am Abend, als das Cafe geschlossen hatte, hab ich es mir mit meinem Hocker in der Spülküche gemütlich gemacht. Das Laptop auf der Spüle war zwar nicht optimal, aber um Welten besser als auf dem Schoß im Auto :-)




Die Eshaness Peninsula, ist laut Tourismusbroschüre eine der "dramatischsten" Landschaften von Shetland mit der energiereichsten Küste der Welt. Als ich ankam, war zunächst alles noch ruhig. Später war die Küste dann aber voll in ihrem Element.





Am späten Nachmittag nach einem - wie ich finde - wohlverdienten Mittagsschlaf hab ich die Eshaness Peninsula näher erkundet. Dabei traf ich eine randalierende Kuh, die das ganze Haus zerlegt hatte! Nun kratzte sie sich an der letzten verbliebenen Hauswand das juckende Fell.


Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt



Das Shetty wollte schon einsteigen und ist mir auf Schritt und Tritt gefolgt. Aber dann hat es versucht, das Auto anzufressen, das ging zu weit und ich hab es nicht einsteigen lassen!



Shettland Moos



Esha Ness Lighthouse. Der Leuchtturm am Ende der Eshaness Peninsula ist nicht sonderlich hübsch oder baulich beeindruckend, aber zwei Dinge an ihm sind bemerkenswert.

1. Er wurde von David A. Stevenson gebaut. Die Ingenieurs-Familie Stevenson hat vor 150 Jahren die meisten der schottischen Leuchttürme gebaut. Nur Robert Luis Stevenson (Cousin von David) schlug aus der Art und wurde Schriftsteller.

2. Er wird als Ferienhaus vermietet. Und lustigerweise hatte ich es mir schon vor der Reise angeschaut und überlegt, mich hier einzumieten. Bin jetzt aber ganz froh, dass ich es nicht getan habe. Selbst für Shetland steht der Leuchtturm am Ende der Welt.



Soweit mein erster Tag auf deb Shetlands. Am nächsten Morgen ging es auf Ottersuche.





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